Wie sieht die perfekte Gliederung einer Bachelorarbeit aus?

Inhalt

Die Gliederung einer Bachelorarbeit stellt das spätere Inhaltsverzeichnis dar. Sie liefert eine Zusammenfassung darüber, wie die Arbeit aufgebaut ist. Eine Gliederung ist also auch ein Kurzexposé, welches dem Leser den Grundgedanken der Bachelorthesis vermittelt.

Dabei folgt die Gliederung einem bestimmten Aufbau, der durch die Einleitung, den Hauptteil und den Schluss grob umrissen wird. Welche Funktion die Gliederung hat, wie eine gute wissenschaftliche Arbeit aufgebaut ist und an welche formalen Vorgaben man sich halten muss, erklären wir in diesem Artikel.

Herausarbeitung Kerngedanke

Bevor es daran geht, die Gliederung einer Bachelorarbeit zu erstellen, sollte man sich Gedanken darüber machen, wie man die These der Abschlussarbeit am besten darstellen und ausarbeiten kann. Im Zentrum steht die Frage, was man dem Leser eigentlich vermittelt möchte. Deshalb bauen sämtliche Argumentationsstränge auf diesem Kerngedanken auf.

Dann kann man parallel dazu die passende Literatur suchen, welche die Quellen zu den eigenen Thesen enthält. Dabei sollte man aber auf gar keinen Fall jedes Buch von Anfang bis Ende durcharbeiten. Stattdessen reicht ein Blick in die Inhaltsverzeichnisse und Abstracts. Schließlich kann man bereits daran erkennen, welche Bereiche für die eigene Arbeit wichtig sind. Zusätzlich sollte man von Anfang an mit einem Programm zur Literaturverwaltung arbeiten, um den Überblick nicht zu verlieren.

Einen ersten Überblick über die Literatur, die zur Verfügung steht, kann man sich z.B. mit dem virtuellen Katalog der Hochschule Karlsruhe verschaffen. Hier kann man mittels Freitexteingabe nach geeigneten Quellen suchen.

Funktion der Gliederung einer Bachelorarbeit

Nachdem man das Thema  geklärt hat, die Literatur recherchiert und gesichtet und ein grobes Gerüst durchdacht hat, geht es daran, dem zu verfassenden Text eine Struktur zu geben. Hier gilt es besonders sorgfältig zu arbeiten. Denn die Gliederung einer Bachelorarbeit zeigt bereits, wie stark man welche Bereiche gewichtet. Sie verschafft dem Leser ein Bild darüber, was ihn erwartet.

Auch darüber, welche Schwerpunkte man gesetzt hat, gibt die Gliederung Auskunft (vgl. Franck & Stary 2011). Der Aufbau sollte also dem berühmten roten Faden folgen. Aufgrund dessen sollte man sich immer wieder fragen, ob die einzelnen Punkte stimmig aufeinander aufbauen.

Daneben ist die Gliederung auch für den Professor wichtig. Denn sie dient als Basis, um mit dem Betreuer die Arbeit zu diskutieren. Hier kann er Struktur und Inhalte der Bachelorarbeit nachvollziehen und man kann erkennen, ob Student und Professor die gleichen Ziele verfolgen.

Doch auch für den Verfasser selbst hat die Gliederung einer Bachelorarbeit eine wichtige Funktion: sie eignet sich als Arbeitsanleitung und macht es möglich, die Texte Punkt für Punkt abzuarbeiten. So kann man auch vermeiden, dass man wichtige Inhalte vergisst oder sich vom eigentlichen Thema zu weit entfernt.

Aufbau der Bachelorarbeit

Für die Erstellung einer guten Gliederung, die „als Inhaltsverzeichnis dem Textkörper der Arbeit vorangestellt“ (Stickel-Wolf & Wolf 2013, S. 181) ist, muss die Arbeit einem bestimmten Aufbau folgen. Dazu gilt es zunächst zu klären, was in die Bachelorarbeit überhaupt hineingehört.

Eine Einleitung, die zwischen fünf und 15 Prozent des Textes ausmacht, führt auf das gewählte Thema heran. Hier wird das Ziel der Arbeit beschrieben und die Aufgabenstellung umrissen. Das Thema wird in ein größeres Umfeld eingebettet und einzelne Kapitel werden kurz beschrieben.

Das Herzstück der Arbeit bildet der Hauptteil, hier wird die Forschungsfrage beantwortet. Wichtige Punkte erhalten mehr Platz, unwichtigere werden knapper abgehandelt. Ein Grundlagenteil beschreibt den Stand der Wissenschaft. Theorien und Modelle, die zur Beantwortung der Forschungsfrage führen, kommen hier hinein.

Außerdem wird im Hauptteil die Forschungsfrage analysiert und detailliert dargestellt. Der Leser bekommt sämtliche Informationen, die wichtig sind, um die Forschungsfrage zu beantworten. Zuletzt werden die Ergebnisse diskutiert.

Eine kurze Zusammenfassung erfolgt im Schlussteil, dem Fazit. Dieser nimmt mit etwa fünf Prozent den geringsten Anteil der Bachelorarbeit ein. Hier werden die wesentlichen Ergebnisse der Bachelorarbeit nochmals dargestellt. Die Forschungsfrage wird beantwortet oder es wird dargelegt, warum eine Beantwortung nicht oder nur teilweise erfolgen kann. Ein Ausblick schließt die Arbeit ab.

Es gibt nicht nur die eine Möglichkeit

Auch wenn jede wissenschaftliche Arbeit dem Schema Einleitung – Hauptteil – Schluss folgt, so gibt es verschiedene Gliederungsmöglichkeiten. Diese sind sowohl vom Thema der Bachelorthesis abhängig als auch von der Fachrichtung, in der die Arbeit erbracht wird.

Zum Beispiel führt eine Arbeit mit viel Eigenleistung in Form von Datenerhebungen zu einer anderen Gliederungsform als etwa ein historisches Thema, bei dem das Material chronologisch gegliedert wird.

Findet eine Theorie auf einen speziellen Fall Anwendung, so eignet sich die deduktive Abfolge. Hier werden Hypothesen aufgestellt und durch anschauliche Beispiele begründet. Die Leserichtung führt dabei vom Allgemeinen zum Speziellen. Die Gliederung  einer Bachelorarbeit könnte folgendermaßen aussehen:

1 Einleitung
1.1 …

2 Hypothese 1
2.1 Argument 1
2.2 Argument 2
2.3 Argument 3

3 Hypothese 2
3.1 Argument 1
3.2 Argument 2
3.3 Argument 3

4 Schluss

 

Einen ganz anderen Aufbau erhält man zum Beispiel mit der vergleichenden Methode. Diese wird angewendet, wenn die zu untersuchenden Objekte nach bestimmten Kriterien gegenübergestellt werden sollen. Dabei könnte solch eine Gliederung entstehen:

1 Einleitung
1.1 …

2 Vergleich 1
2.1 Objekt 1
2.2 Objekt 2
2.3 Zusammenfassung

3 Vergleich 2
3.1 Objekt 1
3.2 Objekt 2
3.3 Zusammenfassung

4 Schluss

Bloß nicht!

Einige Dinge gilt es in der Bachelorarbeit unbedingt zu vermeiden – und das bleibt auch für die Masterarbeit und Dissertation aktuell: Gliederungen mit zu vielen kleinen Untergliederungspunkten. Dies macht die Auflistung unübersichtlich. Außerdem wird dadurch das Material unnötig zerstückelt. Auch sollte man im Blick behalten, dass die Gewichtung zwischen den einzelnen Punkten miteinander harmoniert.

Grundsätzlich gilt: Die Gliederung einer Bachelorarbeit sollte nie mehr als vier Ebenen haben. Dabei sollten die jeweiligen Unterkapitel mindestens eine halbe Seite umfassen.

Übrigens ist in der gesamten Bachelorthesis darauf zu achten, dass weder die Überschriften noch der Text allgemein reißerisch oder werblich wirkt. Es handelt sich schließlich nicht um ein Verkaufsprospekt, gefordert ist stattdessen Wissenschaftlichkeit.

Weitere Infos

Die Ludwig-Maximilians-Universität in München hat eine Übersicht mit Literaturempfehlungen zu wissenschaftlichem Schreiben zusammengestellt, hier finden Studenten weiterführende Informationen, um den Aufbau und die Gliederung einer Bachelorarbeit gekonnt umzusetzen.

Literatur

Franck, Norbert/Stary, Joachim (2011): Die Technik wissenschaftlichen Arbeitens: Eine praktische Anleitung, 16. Aufl. Stuttgart.

Stickel-Wolf, Christine/Wolf, Joachim (2013): Wissenschaftliches Arbeiten und Lerntechniken – Erfolgreich studieren – gewusst wie!, 7. Aufl., Wiesbaden.

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