Literaturrecherche für die Bachelorarbeit – Methoden und Techniken

Inhalt

Sobald das Thema der Bachelorarbeit gefunden ist, erste Fragestellungen formuliert sind und sogar eine vorläufige Gliederung erstellt und vom Dozenten abgenickt ist, steht die nächste große Hürde an: Die Literaturrecherche für die Bachelorarbeit. Viele Studenten, die gegebenenfalls oft erst für die Bachelorarbeit das erste Mal eine ausgiebige Literaturrecherche machen, stehen dann vor der Frage: Wo finde ich Literatur und wie gehe ich bei der Recherche am besten vor?

Dieser Artikel macht zunächst klar, warum die Literaturrecherche für die Bachelorarbeit und wissenschaftliches Arbeiten unbedingt zusammengehören. Anschließend wird die Frage nach verschiedenen Methoden für die Recherche von Literatur beantwortet und deren Vor- und Nachteile beleuchtet. Mit der beschriebenen Vorgehensweise bei der Literatursuche und -auswahl und einigen Tipps sollte dem erfolgreichen Schreiben der nächsten wissenschaftlichen Arbeit schließlich nichts mehr im Wege stehen!

Literaturrecherche für die Bachelorarbeit– Was bedeutet das?

Die Literaturrecherche ist für das Verfassen wissenschaftlicher Arbeiten wie der Bachelorarbeit oder Masterarbeit unerlässlich. Dabei geht es nicht nur darum, eine wissenschaftliche Fragestellung zu beantworten. Schließlich hilft die Literaturrecherche für die Bachelorarbeit aber, sich mit dem Forschungsgebiet vertraut zu machen und sich über Grundlagen und den aktuellen Wissensstand des Themas zu informieren (Vgl. Leitfaden zur Literaturrecherche der Universität Bielefeld).

Darüber hinaus schärft die Literaturrecherche für die Bachelorarbeit die eigenen Gedanken. Die intensive Auseinandersetzung mit Primär- und Sekundärliteratur hilft, eigene Thesen aufzustellen und auf Grundlage der gewonnenen Erkenntnisse zu begründen. Die Literaturrecherche erfolgt also noch vor der Erstellung eines Exposés oder der Gliederung.

Forschungsliteratur finden

Wege, an relevante Forschungsliteratur zu kommen, gibt es viele. Voraussetzung ist es, dass man weiß, nach welchen Schlüsselbegriffen man sucht. Schlag- und Stichwörter können Autoren, Titel, spezifische Themen oder Problemstellungen ein.

Ein Tipp vorab: Endet man bei der Suche in einer Sackgasse, sollte man Synonyme und allgemeinere Termini verwenden. Genauso erweitern Trunkierungen die Suchergebisse: Ein Sternchen (*) ersetzt dabei mehrere Zeichen. Das heißt, „Romantik*“ sucht auch nach Begriffen wie Romantiker, Romantikforschung, Romantikrezeption usw. (vgl. Boeglin 2007, S. 86) usw.

Suche mit Trunkierungen

Abb. 1 Suche mit Trunkierungen z.B. im OPAC der Universität Leipzig

Nun zu den Möglichkeiten der Literaturrecherche für die Bachelorarbeit :

Die eigene Hochschul-Bibliothek

Die erste Anlaufstelle für die Literaturrecherche ist die eigene Hochschulbibliothek. In der Regel hat jede Hochschule einen OPAC (Online Public Access Catalogue), über welchen die lokalen Bestände der Bibliothek, Fachbibliotheken und Zeitschriftendatenbanken nach relevanter Forschungsliteratur online durchsucht werden können. Aber auch der Gang in die Bibliothek lohnt sich: In Präsenzbibliotheken kann man Dank der systematischen Sortierung der Bücherregale weitere, relevante Literatur finden, die einem sonst entgangen wäre.

Fernleihe über überregionale Datenbanken und Bibliotheksverbände

Was in der heimischen Bibliothek nicht aufzufinden ist, steht mit Sicherheit in der Bibliothek einer anderen Hochschule. Um an diese Titel zu kommen, können Datenbanken und Bibliotheksverbände wie der Karlsruher Virtuelle Katalog (KVK), die Zeitschriftendatenbank (ZDB) oder WorldCat zur Hilfe genommen werden. Dank der Fernleihe ist es möglich, sich die entsprechende Literatur schon innerhalb weniger Tage in die eigene Hochschule-Bibliothek liefern zu lassen.

Suche mit dem KVK

Abb. 2: Suche mit dem KVK

Zeitschriftendatenbanken und Online-Bibliographien

Aktuelle Fachartikel, wissenschaftliche Aufsätze und Journals – auch in anderen Sprachen – findet man über Zeitschriftendatenbanken und Online-Bibliographien. Für die meist kostenpflichtigen Artikel hat die eigene Hochschule-Bibliothek in der Regel Nutzungsrechte, sodass man die Dokumente lesen bzw. als PDF herunterladen kann. Darüber hinaus hat jede Fachrichtung oft ihre eigenen Rechercheportale: In der Germanistik helfen beispielsweise Webseiten wie Germanistik im Netz, BDSL, JSTOR, Project Muse, MLA, Cambridge Journals Online etc.

JSTOR Suchergebnisse

Abb. 3: JSTOR Suchergebnisse

Spezialsuchmaschinen

Fernab von Wikipedia, das auf keinen Fall als Quelle bei wissenschaftlichen Arbeiten dienen sollte, gibt es zudem spezielle Suchmaschinen im Internet. Dazu gehören Google Scholar, Google Books oder CiteSeer. Doch dienen die Suchmaschinen oft nur als Einstieg, da aus urheberrechtlichen Gründen nicht alle eingescannten Seiten angezeigt werden. Meistens findet man die Bücher aber schließlich in der Hochschulbibliothek.

Suche mit Google Scholar

Abb. 4: Suche mit Google Scholar

Methoden der Literaturrecherche für die Bachelorarbeit

Bei der Literaturrecherche gibt es zwei Methoden: Die systematische Recherche und die Schneeballmethode. Bei der systematischen Recherche durchsucht man Bibliothekskataloge und Datenbanken nach gewichtigen Schlüsselbegriffen. Es geht darum, möglichst viel Primär- und Sekundärliteratur zu einem Thema ausgeworfen zu bekommen, aus denen man anschließend die relevanten Titel herausfiltern kann.

Doch es gibt auch einen pragmatischeren Weg: Bei der Schneeballmethode durchkämmt man Literaturverzeichnisse, Fußnoten und Anhänge von bereits vorliegenden Aufsätzen, Monographien oder Handbüchern (vgl. Hubert/Hienerth/Süssenbacher 2009, S.76). Dabei eröffnet sich eine Fülle älterer Forschungsbeiträge, die wiederum andere Forschungsbeiträge zitieren usw. Auch so gelangt man an eine stattliche Auswahlbibliographie, aus der die relevanten Beiträge aussortiert werden müssen.

Die Wahl der Methode ist von der Themenstellung, den eigenen Vorkenntnissen und der verfügbaren Zeit abhängig (vgl. Theisen 2017, S.60). Prinzipiell bietet sich die systematische Literaturrecherche an, wenn man noch keine oder wenige Forschungsbeiträge zur Thematik kennt. Dagegen eignet sich das Schneeballsystem, wenn man bereits Grundlagenwissen hat, aber nach weiteren Büchern, Aufsätzen oder Artikeln zur Thematik sucht. Fest steht aber auch, dass man allerspätestens bei der Dissertation beide Methoden kombinieren sollte, um zu guten Ergebnissen zu kommen.

Vorgehensweisen bei der Recherche von Literatur

Grundsätzlich empfiehlt sich bei der Literaturrecherche eine deduktive Vorgehensweise: Zunächst recherchiert man allgemeine Forschungsliteratur wie Hand- und Lehrbücher, anschließend spezielle Monographien, Aufsätze und Fachartikel. Auf diese Weise dringt man nach und nach tiefer in die Thematik ein und behält den Überblick.

Schon während der Literaturrecherche sollte man sorgfältig bibliographieren – also alle relevanten Titel der Forschungsliteratur in einer Liste sammeln (vgl. Sittig 2008, S. 64). Auf diese Weise spart man es sich, schlimmstenfalls alle Angaben nochmals recherchieren zu müssen oder Angaben zu übersehen. Auch so können Plagiate entstehen, hinter die man mit einer Plagiatsprüfung kommen kann. Dabei sollte man unbedingt auf die Vorgaben des Instituts bzw. der Fakultät achten, der man zugehört (vgl. Hinweise zum Exzerpieren und Bibliographieren der Universität Duisburg-Essen).

Hat man Literatur gesucht und gefunden, gilt es unter dem Berg an Forschungsliteratur die relevanten Beiträge auszuwählen. Inhaltsangabe, Einleitung, Literaturverzeichnis und auch Klappentexte zeigen schnell auf, worum es geht. Rezensionen in Fachzeitschriften (viele davon gibt es auch online) helfen außerdem dabei, einzuschätzen, wie wichtig ein Werk ist und wie es von der Forschungsgemeinschaft aufgenommen wurde.

Zu guter Letzt geht es an die Beschaffung und Verwaltung der recherchierten Literatur. Doch sollte man nicht zu lange zögern und die Titel schnellstmöglich über die Universitätsbibliothek ausleihen oder per Fernleihe bestellen. Gerade in der Prüfungszeit sind viele Bücher bereits entliehen und es entstehen lange Vormerklisten und Wartezeiten.

Man sollte den zeitlichen Aufwand, den eine gründliche Literaturrecherche mit sich bringt, keinesfalls unterschätzen. Dennoch sind die Recherche und auch das Bibliographieren und Exzerpieren der Literatur notwendige Schritte bevor es an das Schreiben einer Bachelorarbeit geht. Macht man sich mit den Methoden, wie man an Forschungsliteratur gelangt, sowie den Möglichkeiten von OPAC, Fernleihe & Co. vertraut, ist der Grundstein für eine erfolgreiche Abschlussarbeit gelegt.

Literatur

Boeglin, Martha (2007): Wissenschaftlich arbeiten Schritt für Schritt, München.

Hienerth, Claudia/Hubert, Beate/Süssenbacher, Daniela (2009): Wissenschaftliches Arbeiten kompakt. Bachelor- und Masterarbeiten erfolgreich erstellen, Wien.

Sittig, Claudius (2008): Arbeitstechniken Germanistik, 4. Aufl. Stuttgart.

Teisen, Manuel René (2017): Wissenschaftliches Arbeiten. Erfolgreich bei Bachelor- und Masterarbeit, München.

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