In der Bachelorarbeit durchgefallen – was sollte man jetzt tun?

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Wer seine Bachelorarbeit abgegeben hat, wartet oft wochenlang auf das Ergebnis. Wenn dann die Nachricht kommt, dass man in der Bachelorarbeit durchgefallen ist, überwiegt der Schock. Wichtig ist, nicht in Panik zu verfallen, sondern in Ruhe die eigenen Optionen abzuwägen: Oft gibt es die Chance, eine zweite Arbeit zu schreiben. Manchmal lässt sich das Ergebnis auch anfechten. Und welche Möglichkeiten bestehen noch? In diesem Artikel klären wir die wichtigsten Fragen und geben Tipps, wie man weitermachen kann.

Nach dem Schock – ruhig bleiben

Die Bachelorarbeit ist die erste große wissenschaftliche Arbeit, die Studierende schreiben. Deshalb ist die Verunsicherung oft groß, wie man wissenschaftlich arbeitet (siehe dazu beispielsweise den Leitfaden der Hochschule Heilbronn). Manchmal wissen Studierende nicht, welche Formalien zu beachten sind (Pospiech, 2017) und wie sie ihre Zeit passend einteilen.

Immer wieder einmal kommt es vor, dass Studierende durchfallen und die Bachelorarbeit nicht bestehen. Das kann ganz verschiedene Gründe haben. Sinnvoll ist es in jedem Fall, sich zunächst einmal zu beruhigen. Danach sollte man einen Termin mit dem Betreuer auszumachen, um das weitere Vorgehen abzustimmen.

Herausfinden, warum man in der Bachelorarbeit durchgefallen ist

Studierende sollten zunächst einmal herausfinden, warum sie die Bachelorarbeit nicht bestanden haben. Dazu ist das Gespräch mit dem Betreuer wichtig. Studierende sollten sich gut auf das Gespräch vorbereiten – und dabei kritisch sich selbst gegenüber sein: Woran könnte es gelegen haben? Hat man etwas nicht beachtet? War man überhaupt gut informiert, was gefordert war?

Studierende sollte sich auch fragen, ob sie womöglich Hinweise des Betreuers nicht beachtet haben. Hat er in den Besprechungen zum Beispiel Ratschläge gegeben oder Kritik geäußert? Studierende sollten selbstkritisch prüfen, ob sie die Anmerkungen umgesetzt haben.

Das weitere Vorgehen mit dem Betreuer planen

Studierende sollten offen mit ihrem Betreuer über ihre Möglichkeiten sprechen. Grundsätzlich gibt es zwei Optionen: Die Bachelorarbeit neu schreiben oder die Note anfechten. In jedem Fall geht es darum, die Bachelorarbeit zu bestehen. Ohne sie lässt sich das Studium nicht erfolgreich abschließen.

Bei einer Anfechtung geht es darum, die Arbeit erneut prüfen zu lassen. Das ist sinnvoll, wenn Studierende glauben, dass sie eine bessere Note verdienen und ungerecht behandelt worden sind. Ansprechpartner ist in der Regel das Prüfungsamt bzw. der Prüfungsausschuss. Wie eine Anfechtung abläuft, ist von Hochschule zu Hochschule unterschiedlich geregelt.

Es ist auch möglich, einen Anwalt einzuschalten. Dabei können aber hohe Kosten entstehen. Wenn man die schlechte Bewertung nicht nachvollziehen kann, ist es günstiger, das Ergebnis anzufechten. Oft reicht das völlig aus.

Eine Bachelorarbeit mit einem neuen Thema schreiben

In einigen Fällen ist es eindeutig, warum Studierende bei der Bachelorarbeit durchgefallen sind und es gibt typische Fehler: Sie haben falsch zitiert, Formalien nicht eingehalten oder insgesamt nicht wissenschaftlich gearbeitet (Theisen, 2017). In einem solchen Fall ist es selten erfolgsversprechend, die Bewertung anzufechten.

Sinnvoller ist es dann, das Thema abzuhaken und eine neue Arbeit zu schreiben (Oehlrich, 2014) und dieses Mal die eigenen Schwächen auszugleichen: Wer vermutet, dass die Zitate nicht ganz sauber sind, kann eine Plagiatsprüfung nutzen. Für die Umsetzung formaler Vorgaben der Hochschule zum Layout, hilft eine professionelle Formatierung, die auch beim Erstellen von Grafiken und Tabellen helfen kann. Die meisten Hochschulen erlauben einen Fehlversuch. Wie eine solche Wiederholung aussieht, ist in den jeweiligen Prüfungsordnungen geregelt.

Hochschulen haben unterschiedliche Vorgaben bei der Wiederholung

Jede Hochschule darf die Bedingungen für eine Wiederholung der Bachelorarbeit und Masterarbeit in der jeweiligen Prüfungsordnung (bei Dissertationen in der Promotionsordnung) selbst festlegen. Hier beispielhaft zwei Regelungen: In der Prüfungsordnung der Bachelor- und Masterstudiengänge der Universität Osnabrück heißt es, dass Studierende eine Bachelorarbeit einmal wiederholen dürfen. Sie dürfen die neue Arbeit frühestens sechs Wochen und spätestens zwölf Monaten nach dem ersten Versuch schreiben.

Auch die Rahmenprüfungsordnung der Universität Kassel erlaubt es Studierenden, die Bachelorarbeit ein einziges Mal zu wiederholen. Dabei müssen Studierende zwingend ein anderes Thema wählen als für die erste Arbeit.

Beim Betreuer bleiben – oder wechseln?

Wenn Studierende sich entscheiden, die Bachelorarbeit zu wiederholen, müssen sie sich überlegen, ob sie bei ihrem Betreuer bleiben wollen oder sich einen neuen Betreuer suchen. Bei der Entscheidung helfen folgende Fragen: Hat man sich gut beraten gefühlt? Hat der Betreuer Tipps gegeben und ist auf Probleme eingegangen? Hat er vielleicht sogar eine Idee für ein neues Thema?

Wer sich gut aufgehoben fühlt, profitiert von seinem alten Betreuer: Er kennt bereits die Schwächen und Stärken des Studierenden. Dadurch besteht die Chance, dass er beim zweiten Versuch intensiv betreut und man ist nicht so leicht noch einmal in der Bachelorarbeit durchgefallen. Will man den Betreuer wechseln, sollte man sich bei seinen Kommilitonen umhören: Wer hat gute Erfahrungen mit seinem Betreuer gemacht? Wer hat einen guten Ruf? Wer kümmert sich gut und ist dabei auch noch nett?

Der zweite Versuch die Bachelorarbeit zu schreiben ist besonders wichtig: Er ist die letzte Chance, das Studium erfolgreich abzuschließen. Einen dritten Versuch gibt es in der Regel nicht. (Siehe z.B. die Ordnung der Technische Universität Braunschweig).

Wer auch beim zweiten Versuch scheitert, muss komplett umplanen

Wer auch beim zweiten Versuch durchfällt, kann sein Studium in diesem Fach leider nicht fortsetzen. Manchmal ist es möglich, einen ähnlichen Studiengang zu wählen und sich einige der bereits erbrachten Leistungen anrechnen zu lassen ( Siehe z.B. das Merkblatt der Universität Bremen).

Über das weitere Vorgehen sollte man unbedingt die Studienberatung der jeweiligen Hochschule um Rat fragen. Ob der Wechsel zu einer anderen Universität möglich ist, hängt vom Einzelfall ab. Dies wird meistens individuell geprüft. Informationen dazu geben Studienfachberatungen und die jeweiligen Prüfungsämter.

Wenn man und er Bachelorarbeit durchgefallen ist das beim ersten Versuch noch kein Drama. Wer aber die Bachelorarbeit auch beim zweiten Versuch nicht besteht, kann sein Fach nicht abschließen. Er sollte sich an der Hochschule über seine Möglichkeiten beraten lassen.

Wer auch beim zweiten Versuch durchgefallen ist, sollte zudem überlegen, ob er wirklich studieren möchte – oder nicht womöglich zum Beispiel mit einer Ausbildung besser zurechtkommt.

Literatur

Karmasin, Matthias/Ribing, Rainer (2017): Die Gestaltung wissenschaftlicher Arbeiten: Ein Leitfaden für Seminararbeiten, Bachelor-, Master-, Magister- und Diplomarbeiten sowie Dissertationen, Stuttgart.

Oehlrich, Marcus (2014): Wissenschaftliches Arbeiten und Schreiben: Schritt für Schritt zur Bachelor- und Master-Thesis in den Wirtschaftswissenschaften, Wiesbaden.

Pospiech, Ulrike (2017): Wie schreibt man wissenschaftliche Arbeiten? Von der Themenfindung bis zur Abgabe. Für Hausarbeiten, Bachelor- und Masterarbeit, Berlin.

Theisen, Manuel René (2017): Wissenschaftliches Arbeiten: Erfolgreich bei Bachelor und Masterarbeit, München.

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