Der rote Faden in der Bachelorarbeit – Tipps und Tricks

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Nichts vermissen Professoren und Lehrbeauftragte in Bachelorarbeiten häufiger als ihn: den Roten Faden. Doch was genau ist es, was sich da von Anfang bis Ende durch den Text ziehen soll? Wer den sprichwörtlichen Roten Faden in einer Bachelorarbeit genauer unter die Lupe nimmt, erkennt, dass es lediglich drei Elemente braucht, um ihn zu knüpfen. Und so Daten, Thesen und Argumente zu einem stimmigen Ganzen zu verbinden. Aber wie genau bekommt man den Roten Faden in den Griff? Mit der folgenden „Knüpftechnik“ klappt es.

Der rote Faden in einer Bachelorarbeit: Was ist das eigentlich?

Während die einen noch ratlos nach einem rot leuchtenden Etwas in ihrer Bachelorarbeit suchen, wissen die anderen schon mehr: Der Rote Faden in einer Bachelorarbeit ist kein Ding, sondern ein Handwerk. Und wer es erlernen will, muss wissen, worauf es ankommt (siehe dazu auch einen Artikel auf jetzt.de).

Es sind eine klare Forschungsfrage, eine logisch aufgebaute Gliederung sowie rhetorische und dramaturgische Kniffe, aus denen sich der Rote Faden in einer Bachelorarbeit knüpfen lässt. Und die so einen wissenschaftlichen Text wie die Bachelorarbeit zusammenhalten. Nicht zu unterschätzen ist dabei ein lernfreundliches Timing. Wie bei jedem Handwerk, braucht es Übung und die daraus resultierende Erfahrung, um es zur Perfektion zu bringen. Ein allzu eng geratener Zeitplan steht dabei vielen Schreibern im Weg (siehe dazu auch einen Artikel der Aachener Zeitung), dazu kommen noch andere typische Fehler. Anstatt nach zwei strapaziös stressigen Wochen eine wackelige und notdürftig zusammengeflickte Arbeit abzugeben, sollte man sich vielleicht sogar ein Schreib-Coaching gönnen. Denn ein gelassener und versierter Blick auf den Roten Faden macht klar: das Prinzip dahinter ist alles andere als kompliziert.

Die Forschungsfrage als roter Faden

Das erste Bindeglied des Roten Fadens ist die Forschungsfrage. Noch bevor das tatsächliche Schreiben an der Bachelorarbeit beginnen kann, muss sie unmissverständlich und präzise formuliert sein. Das ist keine Sache von wenigen Minuten, sondern kann auch mal ein paar Tage oder – für besonders ambitionierte Forscher – sogar Wochen in Anspruch nehmen.

Gerade weil die Fülle das Recherchieren der Sekundärliteratur meist ein ziemliches Chaos im Kopf anrichten, ist es unverzichtbar, die Forschungsfrage klar aufs Papier zu bringen und die Literatur ordentlich zu verwalten. Dies ist auch wichtig, damit man am Ende keine Fehler beim Zitieren macht. Wenn nämlich schon das perfekte Chaos herrscht, kann nur noch eine Plagiatsprüfung helfen, um Sicherheit zu zurückzuerlangen. Wer ganz genau weiß, was er wissen will und wo er es findet, kann es im Laufe des Schreibens nicht vergessen und hält damit den ersten Teil des Roten Fadens bereits in Händen. Um herauszufinden, ob eine Information für die eigene Argumentation brauchbar ist, kann die Forschungsfrage immer wieder herangezogen werden (vgl. Pospiech 2012: 38). Trägt dieser Gesichtspunkt, diese Theorie, diese Begriffserläuterung zu Beantwortung der Forschungsfrage bei? Wird die Planung und Realisation von ebendieser Erwägung begleitet, lässt sich der Rote Faden ein einer Bachelorarbeit bereits erahnen.

Der rote Faden und die Gliederung

Das zweite Bindeglied des Roten Fadens ist die Gliederung. Sie gibt eine nach Kriterien der Logik und Methodik strukturierte Übersicht darüber, wie man vorhat die Forschungsfrage zu beantworten. Hierfür können mehrere Hauptkapitel und diverse Unter- und Subkapitel angelegt werden. Je nach Bedeutung, Tiefe und Umfang lassen sich die zu vermittelnden Inhalte auf diese Weise sortieren. Durch eine gute Formatierung kommt die Gliederung zudem noch besser zur Geltung.

Dabei ist nicht nur wichtig, dass alle relevanten Informationen vorhanden sind, sondern auch wie man sie miteinander verknüpft. Ein Textteil sollte immer auf den vorherigen aufbauen und sich logisch herleiten lassen (vgl. Franck 2011: 51). Um zu prüfen, ob dem so ist, empfiehlt es sich, fließende inhaltliche und sprachliche Übergänge zwischen sämtlichen Kapiteln zu formulieren.

Neben der immer gern gesehenen rhetorischen Eleganz kommt auf diese Weise nämlich noch etwas Anderes zutage. Kann der Übergang zu einem Kapitel nicht gefunden werden, ist wahrscheinlich, dass ebendieses für die Beantwortung der Forschungsfrage überflüssig ist. Das heißt: Nicht alles, was es über ein Thema zu sagen gäbe, muss in die Gliederung aufgenommen werden (vgl. Esselborn-Krumbiegel 2014: 61). Nur Informationen, die gebraucht werden, um die eigene Argumentation schlüssig und verständlich zu machen, finden Platz. Auf diese Weise erhält der Roten Faden die notwendige Substanz und wird deutlich sichtbar.

Das Storytelling als Mittel

Das letzte, aber nicht zu unterschätzende Bindeglied des Roten Fadens ist das Storytelling (siehe hierzu ein Interview auf Deutschlandfunk-Kultur. Wie jeder gelungene Roman und Spielfilm, leben auch Bachelorarbeiten von glaubhaften Geschichten – hinter denen sich immer ein Roter Faden verbirgt. Während die Künste dabei die Grenzen der Phantasie ausloten dürfen, gilt für die Wissenschaft natürlich das Gebot der Beweisbarkeit.

Trotzdem folgt die Überzeugungsarbeit vergleichbaren Prinzipien. Auch ein wissenschaftlicher Text sollte seinen Leser an die Hand nehmen und ihn als potentiellen Kritiker stets mitdenken. Tatsächlich kann es helfen, sich beim Schreiben vorzustellen, eine gute Freundin, ein Kommilitone oder der einstige Lieblingslehrer seien der Adressat. Wie könnte ich sie oder ihn für mein Forschungsthema begeistern? Wäre der nächste Gedankengang für sie oder ihn verständlich? Was würde sie oder er an dieser Stelle wissen wollen? Könnte dieser Schluss glaubwürdig für sie oder ihn sein? Aus der eigenen Filterblase herauszutreten und an den Leser zu denken, bedeutet für jeden Text einen Gewinn. Und zwar einen, der dem Roten Faden strahlende Leuchtkraft verleiht.

Der Rote Faden in einer Bachelorarbeit macht daraus erst eine solide Sache. Um ihn zu knüpfen, müssen eine präzise Forschungsfrage und eine schlüssig aufgebaute Gliederung untrennbar miteinander verbunden werden. Das erfordert Zeit, Sorgfalt und die Fähigkeit, nicht nur für sich selbst, sondern auch für einen Leser zu schreiben. Kurz: Es sind Klarheit, Logik und die eine oder andere Spannungskurve, die den Roten Faden in eine Bachelorarbeit, zum Leuchten bringen. Ebenfalls hilfreich ist es, jemand anderen von außen auf die Arbeit blicken zu lassen. In einem Lektorat für eine Bachelorarbeit können das zum Beispiel Profis sein, oder Kommilitonen.

Literatur

Esselborn-Krumbiegel, Helga (2014): Von der Idee zum Text: Eine Anleitung zum wissenschaftlichen Schreiben, 4. Aufl., Paderborn.

Franck, Norbert (2011): Die Technik wissenschaftlichen Arbeitens, 16. Aufl., Stuttgart.

Pospiech, Ulrike (2012): Wie schreibt man wissenschaftliche Arbeiten?, 2. Aufl., Mannheim.

Weiterführende Literatur:

Bänsch, Axel/Alewell, Dorothea (2013): Wissenschaftliches Arbeiten, 11. Aufl., München.

Karmasin, Matthias/Ribing, Rainer (2017): Die Gestaltung wissenschaftlicher Arbeiten, 9. Aufl., Stuttgart.

Kruse, Otto (2014): Lesen und Schreiben, 2. Aufl., Stuttgart.

Theisen, Manuel-René (2013): Wissenschaftliches Arbeiten: Erfolgreich bei Bachelor- und Masterarbeit, 16. Aufl., München.

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