Die Danksagung in der Bachelorarbeit

Inhalt

Die Danksagung nennt die Namen derjenigen Menschen, von denen man während des Schreibens der Bachelorarbeit Unterstützung erhalten hat sowie die Art der Unterstützung. Obwohl Danksagungen kein notwendiger Bestandteil der Bachelorarbeit sind, können sie, wenn angebracht, eine schöne Geste sein.

Hierin kann der Verfasser der Bachelorarbeit Inhalte ansprechen, die nicht in Bezug zum eigentlichen Themengebiet der Arbeit stehen, sondern Aufschluss über ihren Entstehungsprozess und eventuelle Schwierigkeiten oder über die Beweggründe des Studierenden geben. Für viele Leser ist genau dies ein interessanter Aspekt zusätzlich zur eigentlichen Abschlussarbeit. Danksagungen werden aufgrund ihres persönlichen Bezuges meist gerne gelesen (vgl. Preißner 2012: S. 58). In diesem Artikel werden wir untersuchen, wann eine Danksagung in der Bachelorarbeit angebracht ist und geben praktische Tipps zu formalen und inhaltlichen Aspekten, die wir anhand eines konkreten Beispiel veranschaulichen.

Danke sagen – wofür?

Viele Studierende verbinden die Bachelorarbeit mit einer intensiven, oftmals auch anstrengenden Zeit, die ihnen auch noch lange nach Abschluss des Studiums in Erinnerung bleibt.

Je nach Fach, Thema und Anforderungen der Prüfungsordnung oder des Studierenden selbst kann das Schreiben der Abschlussarbeit einige Monate bis hin zu einem Jahr in Anspruch nehmen.

Trotzdem ist es in der Regel eine Herausforderung, sich über einen so langen Zeitraum mit einer einzigen Fragestellung zu beschäftigen, die ein sehr spezifisches Thema behandelt. Hat man währenddessen noch andere Verpflichtungen oder Lebensmittelpunkte – sei es ein Nebenjob, Hobbies oder ein lebendiger Freundeskreis – so kann das Schreiben der Bachelorarbeit einen schnell an die eigenen Grenzen bringen.

Umso dankbarer ist man daher den Menschen, von denen man während dieser Zeit Hilfe und Unterstützung erhalten hat. Dazu können die eigenen Eltern, Freunde, Partner, Kommilitonen, externe Unternehmen, Stiftungen, Firmen und Institutionen, Teilnehmer an empirischen Studien sowie der Betreuer der Arbeit gehören.

Die Hilfe kann dabei in Form von finanziellen Mitteln, Feedback, Anregungen und Diskussionen zur Arbeit, Hilfe bei der Formatierung, Lektorat der Bachelorarbeit, Tipps und Kritik, durch emotionale und moralische Unterstützung und Motivation oder auch extern durch empirische Daten von einem Unternehmen oder einer Institution erbracht worden sein.

Wann ist eine Danksagung in der Bachelorarbeit sinnvoll?

Danksagungen findet man eher in umfangreicheren Arbeiten, die dem Schreibenden viel Mühe und Hingabe abverlangt haben, und die er oder sie ohne die Unterstützung der genannten Personen nicht hätte aufbringen können. Man sollte eine Danksagung daher nur in die Bachelorarbeit aufnehmen, wenn dies wirklich angebracht ist (siehe hierzu auch die Vorgaben der Universität des Saarlandes). Dazu zählt definitiv der Betreuer, der mit der Betreuung der Arbeit seinen Job gemacht hat und nicht denken soll, dass man ihn mit der Danksagung bestechen will. Des weiteres zählen dazu keine privaten Kontakte. Die Danksagung sollte schließlich trotz des persönlichen Inhalts professionell wirken. So wäre es etwa keine gute Idee, sich bei einem Kommilitonen für das Abtippen der Arbeit oder bei den Eltern für den monatlichen finanziellen Zuschuss zu bedanken. Für derartige Hilfeleistungen bedankt man sich stattdessen besser persönlich bei der jeweiligen Person.

Was jedoch in Frage kommt, sind außergewöhnlich hilfreiche Tipps von Wissenschaftlern, die nicht zu den Betreuern gehören. Hier muss man allerdings vorsichtig sein, dass man die Betreuer damit nicht verprellt oder deren Rat und Engagement in den Schatten stellt. Ebenfalls nötig und passend ist der Dank an Institutionen oder Unternehmen, deren Ressourcen man nutzen konnte (Archiv, Labor, Stipendium etc.) oder Dank an Privatpersonen, die einen durch das Bereitstellen von Ressourcen unterstützt haben. Das können beispielsweise Bilder aus einem Privatarchiv sein o.ä.

Formale Anforderungen

Die Danksagung ist in der Regel Teil des Vorworts und steht noch vor dem Inhaltsverzeichnis. Sie wird weder als separates Kapitel gehandhabt noch als Punkt in der Gliederung aufgenommen oder nummeriert. Sie sollte nicht mehr als eine Seite lang sein. In der Danksagung wird – im Gegensatz zum Rest der Arbeit – die Ich-Form verwendet (siehe hierzu auch die Hinweise der Universität Stuttgart).

Die Sprache der Danksagung sollte formell und knapp gehalten sein. Sie sollte persönlich, jedoch keinesfalls peinlich überzogen oder anbiedernd wirken. Sie endet normalerweise mit einer Ortsangabe (Studienort), dem Abgabedatum und der Unterschrift des Studierenden. (vgl. Theisen 2013: S. 215)

So kann eine Danksagung in der Bachelorarbeit aussehen

Besonders angebracht ist eine Danksagung in der Bachelorarbeit dann, wenn sie sich an ein Unternehmen oder sonstige externe, professionelle Unterstützung richtet (siehe oben). Hier ein Beispiel.

Beispiel

„Die Idee zu dieser Arbeit entstand im Rahmen eines Seminars über die Einführung flexibler Produktionsverfahren in mittelständischen Unternehmen. Die aufgezeigten Potenziale zur Verbesserung der Wirtschaftlichkeit waren einerseits vielversprechend, andererseits deuteten sich zahlreiche Probleme bei der Umsetzung an. Die K. Möller GmbH ermöglichte es mir, im Rahmen eines sechsmonatigen Praktikumsvertrags ein mittelständisches Unternehmen näher kennen zu lernen. Die Geschäftsführung band mich in verschiedene Projekte im Rahmen der Produktionsmodernisierung ein, u. A. ging es um die Einführung eines Flexiblen Fertigungssystems.

Dabei wurde ich durch Herrn Werner Bergmann, Leiter der Produktion im Werk Ansbach, mit mehreren Interviews unterstützt. Er erläuterte mir einige technische Problemstellungen und berichtete über Erfahrungen im Rahmen früherer Projekte. Frau Stefanie Kunkel, Leiterin des Rechnungswesens, stellte mir Kosten- und Verbrauchsdaten für die alte und die neue Anlage zur Verfügung. Für die Arbeit wurden die Originaldaten aus Geheimhaltungsgründen verändert. Weiterhin gilt Herrn Martin Heckenbarth ein herzlicher Dank als Ansprechpartner zu meinen Fragen aus dem Bereich der Personalverwaltung. Die Aussagen der Interviewpartner wurden, soweit sie für die Arbeit Verwendung fanden, entsprechend gekennzeichnet.

Nürnberg, 10.09.2012
Markus Behnke“

(zitiert aus: Preißner 2012: S. 59)

Analyse des Beispiels

Die hier als Beispiel dargestellte Danksagung ist in folgende Punkte untergliedert:

  • Darstellung der Motivation für das Verfassen der Bachelorarbeit, Erklärung dazu was an dem bearbeiteten Thema interessant erschien
  • Dank an das Unternehmen, bei dem die Bachelorarbeit geschrieben werden konnte (an dieser Stelle könnte genau so gut auch einer Stiftung oder einem Archiv etc. gedankt werden)
  • Schilderung der Umstände beim Schreiben der Bachelorarbeit. An dieser Stelle kann weiter ausgeführt werden, welche Unterstützung, Leistungen o.ä. man von welchen Personen oder Stellen selbst erhalten hat, für die man sich gerne bedanken möchte.
  • Auch hier finden sich wieder Informationen zur Arbeit. Unter diesem Punkt wird im Beispiel auf die Originaldaten hingewiesen, die aus Geheimhaltungsgründen nicht in der Arbeit auftauchen (Sperrvermerk). Alternativ könnte hier aber auch der fehlende Zugang, beispielweise zu einem Archiv oder andere Widrigkeiten aufgezählt werden. Auch methodische Hinweise, hier zu den Aussagen der Interviewpartner, kann man hier aufnehmen.

Die Danksagung ist ein optionaler Teil der Masterarbeit, der nur in die Arbeit aufgenommen werden sollte, wenn dies wirklich sinnvoll ist. Hierin kann sich der Studierende für eventuelle Hilfeleistungen und Unterstützung von privater oder professioneller Seite bedanken, die schließlich wesentlich zum Gelingen der Arbeit beigetragen haben.

Die Danksagung gibt Aufschluss über die Motivation für das Thema sowie über eventuelle Schwierigkeiten oder andere interessante Zusatzinformationen, die im eigentlichen Text keine Erwähnung finden können. Danksagungen gehören überdies ins Vorwort und sind kein eigenständiger Gliederungspunkt der Arbeit. Sie stehen zudem in der Ich-Form und sollten nicht über eine Seite lang sein.

Literatur

Brink, Alfred (2013): Anfertigung wissenschaftlicher Arbeiten, 5. Aufl. Münster.

Preißner, Andreas (2012): Wissenschaftliches Arbeiten: Internet nutzen – Text erstellen – Überblick behalten, 3. Aufl. Oldenburg.

Sesink, Werner (2010): Einführung in das wissenschaftliche Arbeiten: mit Internet, Textverarbeitung, Präsentation, E-Learning, Web2.0, 8. Aufl. München.

Theisen, Manuel René (2013): Wissenschaftliches Arbeiten: Erfolgreich bei Bachelor- und Masterarbeit, 16. Aufl. München.

Sarah Schmitt
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