Eine Bachelorarbeit schreiben – die besten Tipps kompakt

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Eine Bachelorarbeit schreiben ist für die meisten Studenten das erste wissenschaftliche „Abenteuer“ und auch die erste Abschlussarbeit. Dementsprechend haben sie viele Fragen, denn der Druck ist groß, ein perfektes Ergebnis abzuliefern. In diesem Artikel gehen wir alle wichtigen Themen systematisch durch und geben erste Hinweise und hilfreiche Tipps.

Wozu dient die Bachelorarbeit?

Das Schreiben einer Bachelorarbeit ist ein Teil der Prüfungsanforderungen, um einen Bachelorstudiengang erfolgreich abzuschließen. Mithilfe einer Bachelorarbeit sollst Du zeigen, dass Du eine zuvor festgelegte wissenschaftliche Fragestellung im Rahmen Deines Fachgebietes mithilfe eines Betreuers adäquat beantworten kannst. Im Zuge dessen musst Du beweisen, dass Du wissenschaftliche Methoden richtig anwenden und mit wissenschaftlichem Quellenmaterial korrekt umgehen kannst.

Zusätzlich muss Deine Bachelorarbeit sowohl in formaler als auch in inhaltlicher Hinsicht die wissenschaftlichen Standards erfüllen. Es wird von Dir erwartet, dass Deine Bachelorarbeit eigene Überlegungen und Gedankengänge beinhaltet, die Du auf der theoretischen Grundlage schon vorhandener Publikationen anstellst. Im Rahmen der Bachelorarbeit wird hingegen nicht erwartet, dass Du wissenschaftliche Innovationen erarbeitest.

Formalitäten und Rahmenbedingungen

Da die Bachelorarbeit eine Prüfungsarbeit ist, die bestimmte Formalitäten vorweisen muss, solltest Du Dich vor dem Verfassen der Arbeit über diese Anforderungen genau informieren. Welche Formatierung ist gewünscht? Wie kann man Grafiken und Tabellen erstellen? Dadurch vermeidest Du Probleme und sparst Zeit und Nerven.

Studien- und Prüfungsordnung lesen!

Studien- und Prüfungsordnung beinhalten wichtige Informationen bezüglich Deines Studiums und Deiner Bachelorarbeit. Folgende Details kannst Du ihnen entnehmen: Studienleistungen als Voraussetzung für Deine Bachelorarbeit (ECTS-Punkte), Bearbeitungszeit zwischen Themenvergabe und Abgabetermin,
formale Anforderungen (z. B. Formatierungsvorgaben, Seitenzahl etc.), in welcher Form die Arbeit einzureichen ist, Ausnahme- und Sonderregelungen für Fristverlängerungen (z.B. Krankheit).

Anmelde- sowie Abgabefristen

Informiere Dich frühzeitig über Anmelde- sowie Abgabefristen! Solltest Du Dich aufgrund von Unklarheiten nicht auskennen, informiere Dich im Prüfungsamt oder bei Hochschulmitarbeitern. Fristversäumnisse führen in den meisten Fällen zu unangenehmen Verzögerungen.

Das Thema der Bachelorarbeit

Nachdem Du alle erforderlichen Studienleistungen (Seminare, Vorlesungen, Kolloquien etc.) erbracht hast, besteht der nächste Schritt darin, Dir einen Themenbereich sowie einen Betreuer, der Dich kompetent unterstützen kann, zu suchen. Melde Deine Abschlussarbeit erst dann beim Prüfungsamt an, wenn diese beiden Dinge geklärt sind. Im Zuge dessen solltest Du auch klären, ob es bestimmte Fristen für die Anmeldung gibt.

Die Themenwahl ist üblicherweise ein längerer Prozess, denn es genügt nicht, einen großen Themenbereich grob zu umreißen. Vielmehr sollst Du innerhalb dieses Themenbereiches eine aussagekräftige Fragestellung erarbeiten, die Du innerhalb des vorgegebenen Seitenumfangs sowie der vorgegebenen Bearbeitungszeit adäquat beantworten kannst.

Die Themenwahl

Bei der Wahl des Themas solltest Du viele Aspekte berücksichtigen, deswegen ist es ratsam, Dir schon frühzeitig über ein mögliches Thema Gedanken zu machen. Frage Dich bei Deinen Überlegungen Folgendes: Für welches Fachgebiet/Thema interessierst Du Dich am meisten? Möchtest Du Dein Studium bzw. Deine Ausbildung nach dem Bachelorstudiengang fortsetzen und Dich auf ein bestimmtes Thema spezialisieren? Hat Dein Thema für potentielle Arbeitgeber Relevanz? Hat es im Verlauf Deines bisherigen Studiums eine Seminararbeit gegeben, die Du als Ausgangspunkt für Deine Bachelorarbeit verwenden kannst? Da Du Dich mit dem gewählten Thema über einen längeren Zeitraum intensiv beschäftigst, solltest Du außerdem auf jeden Fall darauf achten, dass es Dich interessiert!

Die Wahl des Betreuers ist sehr stark von der Themenwahl abhängig. Kontaktiere Deinen gewünschten Betreuer möglichst frühzeitig, um mit ihm bereits die ersten Fragen bezüglich der Themenwahl zu besprechen. Thematisiere Deine Ideen, denn möglicherweise bekommst Du in diesem Gespräch konkrete Themenvorschläge bzw. Anregungen, die Dir bei der weiteren Themensuche behilflich sind. Um eine Gesprächsgrundlage zu haben, lohnt es sich, ein Exposé zu schreiben.

Erste Recherchen

Sobald Du das Themengebiet ungefähr abgesteckt hast, beginnst Du mit dem Recherchieren, um herauszufinden, welche Fragestellungen sich für eine Bearbeitung im Rahmen der Bachelorarbeit eignen würden. Folgende Fragen helfen Dir dabei, eine spezifische Fragestellung für Deine Bachelorarbeit zu entwickeln: Welche Fragestellungen wurden bereits intensiv behandelt? Wie viel Literatur existiert bereits? Welche Forscher haben sich bislang mit dem betreffenden Thema beschäftigt? Für wen ist Dein Thema von Interesse?

Fragestellung formulieren

Achte darauf, die Fragestellung sehr konkret zu formulieren, denn dies erleichtert Dir letztendlich die Ausarbeitung. Ein klar abgegrenztes Thema ermöglicht es, eine genaue Struktur zu erarbeiten. Deine Ideen und Gedanken fügen sich darin logisch ein, sodass der Text klar verständlich wird und Deine Gedankengänge optimal transportiert werden.

Kläre mit Deinem Betreuer ab, ob sich die von Dir ausgearbeitete Fragestellung für eine Bachelorarbeit eignet. Zusätzlich solltest Du nachfragen, ob die Bearbeitung im vorgegebenen Zeitraum möglich ist. Es ist empfehlenswert, einen Zeitplan zu erstellen. Beachte allerdings, genügend Puffer für unvorhergesehene Ereignisse sowie für die Korrektur und Formatierung einzuplanen. Frage Deinen Betreuer auch, wie die Betreuung organisatorisch abläuft: Musst Du Zwischenberichte liefern? Wie oft solltest Du ihn aufsuchen? Gibt es zusätzliche Vorgaben und Anforderungen, die Du beachten musst?

Zwar solltest Du Deine Bachelorarbeit möglichst selbstständig anfertigen, kontaktiere Deinen Betreuer dennoch bei allen Problemen zu Unklarheiten bezüglich Themenfindung, Fragestellung oder während des Schreibens. Solltest Du im Nachhinein erkennen, dass Du irrtümlich einer falschen Fährte gefolgt bist und Dich verrannt hast, manövrierst Du Dich unter Umständen in große Probleme oder machst unnötige Fehler.

Quellenrecherche und –sichtung

Nachdem alle Formalitäten geklärt sind, ein Betreuer gefunden wurde und das Thema festgelegt wurde, folgen Literaturrecherche und Quellensichtung.

Literaturrecherche

In vielen Fällen erhältst Du von Deinem Betreuer erste Literaturhinweise. Der nächste Schritt ist die Recherche in Deiner Fachbibliothek vor Ort oder per Onlinekatalog. Nutze das Internet, um in Literaturdatenbanken und anderen Bibliothekskatalogen zu recherchieren. Außerdem erhältst Du auf diese Weise Zugriff auf Onlinezeitschriften sowie Forschungseinrichtungen etc.

Bei der Literaturrecherche kannst Du auf verschiedene Vorgehensweisen zurückgreifen: Erkundige Dich über fachspezifische Literaturdatenbanken und suche mittels Schlagworten nach relevanten Beiträgen, auch Bibliothekskataloge solltest Du mithilfe von Schlagworten durchsuchen. Schlage in den Quellenverzeichnissen relevanter Beiträge nach, ob Du weitere wichtige Quellen finden kannst. Des Weiteren hilft es, nach Publikationen wichtiger Autoren zu suchen.

Nachdem Du relevante Quellen organisiert hast, musst Du diese sichten. Vermeide es, alle Quellen von vorne bis hinten in Gänze durchzulesen, denn das nimmt sehr viel Zeit in Anspruch. Sinnvoller ist es, das Inhaltsverzeichnis der infrage kommenden Publikationen zu studieren und lediglich wesentliche Kapitel zu lesen. Fachartikel solltest Du querlesen, um sie auf ihre tatsächliche Eignung zu überprüfen. Vergiss nicht, wichtige Aspekte sofort zu notieren und sie mit Quellenangaben zu versehen.

Wissenschaftliche Quellen

Da Deine Bachelorarbeit wissenschaftlichen Ansprüchen genügen sollte, musst Du dementsprechende Quellen heranziehen. Dies sind Fachpublikationen, die sich konkret auf Dein Thema beziehen. Vermeide populärwissenschaftliche Literatur sowie Quellen, die Dein Thema nur streifen oder oberflächlich behandeln.

In einer wissenschaftlichen Arbeit muss die intersubjektive Nachvollziehbarkeit gegeben sein. Um dies zu erreichen, solltest Du Dich auf veröffentlichte Quellen beschränken, denn diese sind überprüfbar. Beachte auch, dass die verwendeten Quellen ein wissenschaftliches Niveau aufweisen. Nicht verwendet werden sollten hingegen Publikumszeitschriften sowie private Webseiten. Bei Internetquellen muss man Vorsicht walten lassen, denn ihre Qualität genügt nicht immer den wissenschaftlichen Anforderungen, zudem sind sie teilweise schwer überprüfbar. Achte darauf, dass gedruckte Quellen überwiegen und Internetquellen lediglich als Ergänzung herangezogen werden.

Die sogenannte „graue Literatur“ (nicht publizierte Texte) darf in Maßen verwendet werden. Dass es sich um nicht publizierte Quellen handelt, sollte aber aus der Quellenangabe hervorgehen. Schriftliche oder mündliche Aussagen können – sofern nicht anders möglich –ebenfalls als Quelle herangezogen werden, sie werden allerdings nicht ins Literaturverzeichnis aufgenommen. Vielmehr wird lediglich der Urheber genannt, z. B.: Weber, mündliche Mitteilung.

Aufbau und Inhalt der Bachelorarbeit

Da es sich bei Bachelorarbeiten um offizielle Prüfungsdokumente handelt, unterliegen sie einer bestimmten Form. Diese wird in der Studienordnung vorgegeben und ist unbedingt einzuhalten.

Deckblatt und Verzeichnisse

Das Deckblatt sollte den Namen des Verfassers, den Fachbereich, das Studienfach, die Hochschule sowie den Titel der Arbeit beinhalten. Informiere Dich unbedingt über dessen formale Gestaltung. Das Inhaltsverzeichnis hingegen spiegelt die Gliederung anhand der Überschriften sowie Unterüberschriften wider. Die nummerierten Überschriften im Inhaltsverzeichnis müssen den nummerierten Überschriften im Textteil entsprechen. Es ist ratsam, die Gliederung Deiner Bachelorarbeit mit dem Betreuer zu besprechen, denn bereits das Inhaltsverzeichnis sollte logisch strukturiert sein.

Im Abkürzungsverzeichnis werden dann alle in der Bachelorarbeit verwendeten Abkürzungen aufgelistet. Ein Abbildungsverzeichnis sowie ein Tabellenverzeichnis muss der Arbeit schließlich hinzugefügt werden, wenn sie Tabellen oder Abbildungen enthält. In diesen Verzeichnissen sind alle Abbildungstitel aufgelistet und mit der Seitenzahl versehen, auf der die entsprechende Abbildung anschließend zu finden ist.

Einleitung

Der eigentliche Textteil einer wissenschaftlichen Arbeit beginnt mit der Einleitung. Sie dient dazu, als Leser einen Überblick über das Thema sowie die Fragestellung zu bekommen. Die in der Arbeit thematisierte Fragestellung wird in das Fachgebiet eingeordnet und mit der Nennung der Fragestellung wird das Ziel der Arbeit festgelegt. Zudem wird die wissenschaftliche Relevanz des Themas dargestellt. Die Einleitung beinhaltet ebenfalls eine kurze und prägnante Beschreibung des Aufbaus der Arbeit und eine Erklärung der Kapitelunterteilung.

Hauptteil

Beim Hauptteil  handelt es sich um das Kernstück. Er ist der umfangreichste Teil und wird in mehrere Kapitel gegliedert. In ihm wird nachvollziehbar und systematisch die Fragestellung der Arbeit behandelt. Anhand der Quellen werden die einzelnen Facetten der gewählten Fragestellung in logischer Reihenfolge analysiert sowie mit Literaturverweisen versehen.

Die Strukturierung des Hauptteils ist vom gewählten Thema sowie vom Fachbereich abhängig. Dementsprechend können in diesem Ratgeber nur allgemeine Aspekte beschrieben werden. In vielen Fällen beginnt der Hauptteil mit der genauen Ausformulierung der Forschungsfrage sowie der Zielsetzung. Sofern notwendig, werden Hypothesen formuliert. Danach folgt die thematische Eingrenzung, die anhand des Forschungsstandes begründet werden muss. Bereits existierende Literatur sowie schon vorhandene Lösungswege werden genannt. Wichtig ist, genau herauszuarbeiten, wie das vorliegende Thema in den vorhandenen Kontext einzuordnen ist und an welcher Stelle es anschließt. Des Weiteren solltest Du begründen, weshalb Dein Thema es verdient, ein weiteres Mal bearbeitet zu werden (Vgl. Theisen, 2017).

Abhängig von den Erfordernissen können weitere Grundlagenkapitel folgen. Diese liefern beispielsweise Definitionen, den Hintergrund der Problematik, theoretische Grundlagen sowie das Basiswissen, welches notwendig ist, um die Thematik zu verstehen.

Im Methodenkapitel legst Du dar, welche Methoden Du anwendest, um die Forschungsfrage zu beantworten. Du erläuterst sozusagen Deine Vorgehensweise, um sie auch für andere Leser nachvollziehbar zu machen. Weitere Erläuterungen bezüglich der Methode können Kapitel sein, welche die Auswahl der Methode begründen, die theoretische Problemanalyse sowie die methodisch-praktische Umsetzung der gewählten Analysemethode oder die Auswertung der empirischen Daten thematisieren. Hierbei ist wichtig, dass Du Deinen eigenen Anteil vom Fremdanteil genau abgegrenzt.

Fazit

Das Schlusskapitel (Resümee, Zusammenfassung, Fazit) beinhaltet eine Zusammenfassung der gewonnenen Ergebnisse, die Du kritisch beleuchten solltest. Die theoretischen und empirischen Erkenntnisse werden anhand einer klaren, objektiven, inhaltlich schlüssigen sowie korrekten Argumentation präsentiert. In diesem Teil kommt es zur Beantwortung der Forschungsfragen. Außerdem tätigst Du eine kritische Einschätzung Deiner Ergebnisse im Hinblick auf den erreichten Wissens- und Erkenntniszuwachs. Des Weiteren wird im Schlusskapitel ein Ausblick auf weitere Forschungsmöglichkeiten sowie offen gebliebene Fragen gegeben. Auch neu aufgeworfene Problemstellungen sollten thematisiert werden. Da der Rahmen einer Bachelorarbeit zu eng ist, können in den meisten Fällen nicht alle Aspekte des gewählten Themas behandelt werden.

Literaturverzeichnis, Anhang und eidesstattliche Erklärung

Das Quellen- und Literaturverzeichnis folgt nach dem Schlusskapitel. Jede Quelle, auf die Du Dich in der Arbeit bezogen hast, muss hier in einheitlicher Schreibweise sowie alphabetisch sortiert aufgelistet werden. Erkundige Dich, ob Du das Verzeichnis nach der Art der Quellen sortieren musst.

Der Anhang beinhaltet jenes Material, das für das Verständnis der Arbeit wesentlich ist, welches allerdings aufgrund der Größe im Haupttext stören würde. Dabei handelt es sich zumeist um große Grafiken und Tabellen, Interviewleitfäden, Karten, Rohdaten, ergänzende Dokumente etc. Anhänge werden mithilfe von Großbuchstaben nummeriert (Anhang A, B, C…), um im Text darauf verweisen zu können (z. B. Abbildung siehe Anhang C).

Da es sich bei einer Bachelorarbeit um eine Prüfungsarbeit handelt, musst Du mithilfe einer eidesstattlichen Erklärung sowie Deiner Unterschrift bestätigen, dass Du sie selbstständig verfasst sowie die verwendeten Quellen gekennzeichnet hast.

Die soeben beschriebenen Teile sind obligatorisch, das Hinzufügen einer Widmung und/oder einer Danksagung ist hingegen Dir überlassen. In der Regel wird dies bei Bachelorarbeiten nicht gemacht.

Wissenschaftliches Schreiben – eine Bachelorarbeit schreiben

Das wissenschaftliche Schreiben zeichnet sich dadurch aus, Argumente sowie Gegenargumente mithilfe von Experimenten, Statistiken, Fakten, Erkenntnissen, Normen, wissenschaftlichen Paradigmen oder Gesetzen zu untermauern (Siehe dazu auch Wehrlin, 2010).

Argumentationsweise

Eine schlüssige Argumentation weist die Komponenten These, Antithese und Synthese auf. Zunächst wird eine These aufgestellt und begründet. Ihr wird eine Antithese (Gegenargument) gegenübergestellt. Aus ihrer gegenseitigen Abwägung wird die Schlussfolgerung (Synthese) hergeleitet. Des Weiteren kann eine Hypothese anhand von drei Begründungen, welche die Hypothese untermauern, argumentiert werden.

Der berühmte rote Faden

Bemühe Dich, den roten Faden nicht zu verlieren. Dies erreichst Du dadurch, am Ende jedes Kapitels den Inhalt kurz zusammenzufassen und zugleich zum folgenden Kapitel überzuleiten. Zu Beginn jedes Kapitels solltest Du die wesentlichen Aspekte des vorigen Kapitels aufgreifen, und erläutern, welche Sachverhalte im jeweiligen Kapitel folgen werden. Zusätzlich sollten die Überschriften adäquat formuliert werden. Beachte folgende Faustregel: Nach jeder Überschrift bzw. Unterüberschrift sollte Text folgen.

Ausdruck, Rechtschreibung und Grammatik

Deine Ideen und Deine Gedanken solltest Du in einer wissenschaftlichen Arbeit klar und eindeutig vermitteln. Deine Formulierungsweise, Dein Ausdruck und Dein Schreibstil müssen daher wissenschaftlichen Anforderungen genügen, denn sie gelten als ein Beurteilungskriterium Deiner Bachelorarbeit.

Dazu zählt, dass Deine Arbeit sprachlich korrekt sein muss. Rechtschreibfehler, Grammatikfehler sowie Interpunktionsfehler solltest Du vermeiden, zusätzlich solltest Du Dich um eine neutrale, rationale sowie klar verständliche Sprache bemühen. Achte also darauf, Sätze deutlich und direkt zu formulieren, vermeide komplizierte und umständliche Schachtelsätze. Verbindungswörter, z. B. „aufgrund“, „daher“, „weil“, solltest Du überdies korrekt einsetzen.

Vermeide es außerdem beim Formulieren der eigenen Meinung die „Ich“-Form zu verwenden. Verwende stattdessen unpersönlich formulierte Passivsätze, z. B.: „der Verfasser ist der Meinung, dass …“. Um wissenschaftliche Sachverhalte zu beschreiben, solltest Du darüber hinaus die korrekten Fachbegriffe sowie Fremdwörter verwenden. Sofern es sich um weniger geläufige Fachbegriffe handelt, solltest Du sie nach ihrer ersten Verwendung im Text in einem Nebensatz kurz erklären.

Komplexe Sachverhalte solltest Du lieber mithilfe von kurzen, aber klar verständlichen Sätzen schildern. Verwendest Du stattdessen nur ein oder zwei lange, riskierst Du es, dass man Deine Gedanken schlechter versteht. Versetze Dich in die Lage des Lesers, der mit dem Fachgebiet weniger vertraut ist, und frage Dich, ob Deine Ausführungen verständlich sind. Die wissenschaftliche Sprache zeichnet sich nicht dadurch aus, unverständlich und hochkomplex zu sein. Vielmehr solltest Du Dich darum bemühen, komplexe Sachverhalte anschaulich, verständlich, interessant und flüssig lesbar zu beschreiben (vgl. hierzu auch die Hinweise der Leuphana-Universität Lüneburg).

Die Formatierung einer Bachelorarbeit

Eine wissenschaftliche Arbeit muss nicht nur auf inhaltlicher Ebene überzeugend sein, sondern man muss auch bestimmte formelle Vorgaben einhalten. Üblicherweise fließen diese in die Bewertung ein. Informationen bezüglich der Formatierung Deiner Arbeit findest Du in den Formatierungsrichtlinien Deines Institutes bzw. Deiner Hochschule oder in der Prüfungsordnung. Üblicherweise legt die Hochschule selbst fest, welche Schriftarten und Schriftgrößen Du verwenden darfst, wie Du Seitenränder, Zeilenabstände und Absätze einrichten sollst und wie die Gestaltung von Fußnoten und Überschriften erfolgen muss.

Homogenität

Achte darauf, dass Deine Verzeichnisse, Fußnoten, Überschriften sowie Tabellen einheitlich gestaltet sind. Sie sollten einerseits fehlerfrei, andererseits vollständig sein. Dies betrifft insbesondere die Quellenangaben.

Grafiken und Tabellen

Da Deine Bachelorarbeit gedruckt werden muss, müssen alle Abbildungen und Tabellen eine sehr gute Auflösung aufweisen. Nur auf diese Weise erhältst Du einen qualitätsvollen Ausdruck. Versichere Dich auch, dass alle Schriften und alle Angaben lesbar und erkennbar sind. Abbildungen sowie Tabellen sind ein wichtiges Hilfsmittel, um komplexe Sachverhalte besser zu veranschaulichen. Jede Abbildung, die Du verwendest, musst Du im Text erklären. Außerdem musst Du auf die betreffende Abbildung verweisen (z. B. vgl. Abb. 8).

Zusätzlich musst Du Grafiken, Abbildungen sowie Tabellen mit einem Titel bzw. einer Beschreibung versehen und sie fortlaufend nummerieren (z. B. Abb. 19: Titel der Abbildung). Sofern notwendig sollten sie eine Legende enthalten. Tabellen und Abbildungen musst Du, wenn Du sie von einem fremden Autor übernommen hast (z. B. Abb. 11: Titel, entnommen aus …), mit einem Verweis versehen. Auch wenn Du sie veränderst, musst Du den Urheber des Originals angeben (z. B.: Abb. 18: Titel, in Anlehnung an …)

Kapitel, Überschriften und Absätze

Der Aufbau einer wissenschaftlichen Arbeit spiegelt sich in der Unterteilung in Kapitel wider. Sowohl Kapitelüberschriften als auch Unterüberschriften nummeriert man.
Der Text eines Kapitels strukturiert man mithilfe von Absätzen, um eine bessere Lesbarkeit zu gewährleisten. Dabei gilt, dass man den Beginn eines neuen Gedankenganges durch den Beginn eines neuen Absatzes verdeutlicht. Vermeide Ein-Satz-Absätze!
Sofern Du Abkürzungen verwendest, musst Du sie zunächst ausschreiben, wobei die Abkürzung in Klammern nach dem ausgeschriebenen Begriff folgt (z. B. Organisation der vereinten Nationen (UNO) …). Zudem musst Du sie im Abkürzungsverzeichnis alphabetisch auflisten. Davon ausgenommen sind gebräuchliche Abkürzungen, beispielsweise etc., u. a., v. a., sowie Maßeinheiten.

Gendergerechte Formulierung

Prinzipiell solltest Du auf eine geschlechtsneutrale Formulierungsweise achten (z. B. Studierende statt Studenten). Ist es jedoch erforderlich, auf Personen Bezug zu nehmen, solltest Du sowohl die männliche als auch die weibliche Form verwenden. Achte hierbei unbedingt auf eine konsequente Anwendung! Informiere Dich bezüglich gendergerechter Formulierungen und wie das in Deiner Studienrichtung gehandhabt wird, da es hier unterschiedliche Betrachtungsweisen gibt.

Zitate und Referenzen

Bezüglich der Zitierweise, die Du verwenden musst, findest Du Informationen in den für Dich geltenden Zitierrichtlinien. Frag diesbezüglich jedoch auch bei Deinem Betreuer nach, denn manchmal verlangen Betreuer von den Zitierrichtlinien des Institutes abweichende Zitierregeln.

Wann muss man Quellenbelege angeben?

Die wissenschaftliche Praxis verlangt es, alle Ideen, Erkenntnisse und Gedanken, die von anderen Wissenschaftlern und Forschern erbracht wurden, zu kennzeichnen. Dies geschieht durch Quellenbelege, die man entweder direkt hinter die Textstelle in Klammern oder in eine Fußnote schreibt. Dies ist notwendig, um die Nachvollziehbarkeit zu gewährleisten. Jeder Leser muss eruieren können, woher Du Deine Gedanken hast und worauf Du Dich beziehst.
Es ist wichtig, diesbezüglich eine sorgfältige Arbeitsweise an den Tag zu legen. Bist Du unsicher diesbezüglich, lohnt es sich, eine Plagiatsprüfung machen zu lassen. Wenn Du Deine Quellen liest und dabei auf relevante Gedanken stößt, solltest Du Dir die Fundstelle immer sofort korrekt notieren. Achte auch darauf, dass Deine Quellenangaben korrekt und einheitlich gestaltet sind.

Als wissenschaftliche Quellen kann man Fachartikel, Bücher bzw. wissenschaftliche Publikationen verwenden. Auch Webseiten kann man unter Umständen als Quelle verwenden, man versieht sie immer mit dem Datum des Abrufs.

Im Folgenden findest Du Beispiele für Quellenangaben:

Wolfgang Amadeus Mozart war ein klassischer Komponist.

Da dies als Allgemeinwissen gilt, ist keine Quellenangabe notwendig.

Grambach belegte mit seiner Studie, dass über 80 Prozent der Zwölfjährigen über ein eigenes Mobiltelefon verfügen.

Hier bezieht man sich konkret auf ein Untersuchungsergebnis, weswegen eine Quellenangabe unbedingt notwendig ist.

Wörtliche und sinngemäße Zitate

Als wörtliche bzw. direkte Zitate bezeichnet man Texte, die man wortwörtlich einer fremden Publikation entnommen hat. Man kennzeichnet sie mit Anführungszeichen und einer Quellenangabe. Längere direkte Zitate (üblicherweise mehr als drei Zeilen) rückt man links und rechts ein und schreibt sie mit einfachem Zeilenabstand und einer kleineren Schriftart. Diesbezüglich gibt es allerdings Unterschiede, schlag deswegen in Deinen Zitierrichtlinien nach (Siehe dazu auch die Leitlinien der Universität für angewandte Kunst Wien).

Wichtig ist, ein direktes Zitat nicht zu verändern. Außerdem muss der Sinn erhalten bleiben. Solltest Du Wörter bzw. Satzteile auslassen, kennzeichnest man dies mit drei Punkten, die eckige Klammern umschließen […].

Sinngemäße (indirekte) Zitate geben Gedanken und Ideen anderer Wissenschaftler nicht wortwörtlich, sondern zusammenfassend in eigenen Worten geschrieben wieder. Hierbei ist es wichtig, den Wortlaut des Originals zu verändern. Indirekte Zitate werden mit einem „vgl.“ gekennzeichnet und einer Quellenangabe versehen.

Zitierweisen

Abhängig von der Fachrichtung gibt es verschiedene Zitiervarianten. Im Folgenden wird ein gängiges Schema beispielhaft gezeigt.

Veröffentlichung eines Autors: Name des Autoren (Erscheinungsjahr:Seitenzahl); z. B. Weber (2011:84)

Veröffentlichung zweier Autoren: Name des Autoren/Name des Autoren ( Erscheinungsjahr:Seitenzahl); z. B. Groller/Simon (2001:330)

Veröffentlichung mehrerer Autoren: Autorenname et al. (Erscheinungsjahr:Seitenzahl); z. B. Wolfahrt et al. (1987:321)

Literatur- und Quellenverzeichnis

Im Literaturverzeichnis, welches dem Haupttext folgt, musst Du alle zitierten Referenzen und Quellen alphabetisch geordnet auflisten. Die Vollständigkeit und Richtigkeit des Literaturverzeichnisses ist ein Bewertungskriterium bei der Beurteilung Deiner Bachelorarbeit. Da alle verwendeten Quellen im Literaturverzeichnis aufscheinen, kann man nun nachvollziehen, woher Deine Aussagen stammen.

Überarbeiten und Korrigieren

Da eine wissenschaftliche Arbeit keine sprachlichen Fehler aufweisen sollte, ist es notwendig, ein Lektorat für eine Bachelorarbeit zu nutzen- vor der Abgabe. Im Idealfall lässt Du sie von einer bzw. zwei oder drei Personen überprüfen. Plane für das Korrigieren ca. eine Woche Zeit ein, denn in der Regel musst Du die Korrekturen einarbeiten und gegebenenfalls unklare Stellen überarbeiten. Folgende Aspekte solltest Du beim drucken und binden beachten: Korrekte Grammatik und Rechtschreibung, korrekte Formulierungen, Vermeidung von Redundanzen, Vermeidung von Füllwörtern und Phrasen, logischer Aufbau, Kohärenz und Konsistenz, korrekte Argumentationsgänge sowie eine einwandfreie Formatierung.

Um einen Überblick über die Anforderungen an eine Bachelorarbeit zu erhalten, ist es ratsam, bereits eingereichte und sehr gut bewertete Bachelorarbeiten vorab zu lesen. Behalte die Frage, welche Anforderungen an eine Bachelorarbeit gestellt werden, im Hinterkopf. Orientiere Dich daran, dass Du mit einer Bachelorarbeit nachweisen sollst, wissenschaftliche Arbeitstechniken zu beherrschen.

Folgende Kriterien sind für die Benotung der Arbeit essenziell, orientiere Dich während des gesamten Entstehungsprozesses daran, denn auch die Gutachter ziehen diese Kriterien heran. Frage dich, ob Deine Bachelorarbeit den formalen Vorgaben, dem erforderlichen Umfang und auch den wissenschaftlichen Anforderungen entspricht. Sind die Forschungsfrage sowie die Hypothesen zudem klar formuliert? Ist der Argumentationsgang logisch und gut untermauert? Weist Deine Arbeit eine plausible Strukturierung auf? Kann die Forschungsfrage anhand der Ergebnisse beantwortet werden? Hast Du alle Quellen korrekt zitiert und im Literaturverzeichnis genannt? Ist die Eigenleistung nachvollziehbar? Wenn Du diese Fragen alle positiv beantworten kannst, sollte Deine Bachelorarbeit ein Erfolg werden!

Literatur

Theisen, Manuel René (2017): Wissenschaftliches Arbeiten: Erfolgreich bei Bachelor- und Masterarbeit, Vahlen.

Wehrlin, Ulrich (2010): Wissenschaftliches Arbeiten und Schreiben: Leitfaden zur Erstellung von Bachelorarbeit, Masterarbeit und Dissertation – von der Recherche bis zur Buchveröffentlichung, München.

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