Wie kommt die Note der Bachelorarbeit eigentlich zustande?

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Endlich: Die Bachelorarbeit ist geschafft. Nun müssen Studierende sich nur noch ein wenig gedulden, bis sie ihre Note erfahren. Doch wie kommt die Note der Bachelorarbeit eigentlich zustande? Dafür gibt es je nach Hochschule verschiedene Kriterien und sie fließen unterschiedlich stark in die Bewertung ein. Einige Aspekte sind dabei immer wichtig: Wer sie beachtet, hat gute Voraussetzungen für eine sehr gute Note. Dabei kommt es auch auf eine enge Abstimmung mit dem Betreuer an.

Ergebnisberechnung aus den Noten der beiden Prüfer

Prüfer achten auf unterschiedliche Dinge, wenn sie eine Bachelorarbeit bewerten. Dabei hängt es vom Betreuer ab, worauf er besonderen Wert legt. Deshalb sollten Studierende sich eng mit ihm abstimmen. Wenn sie wissen, was ihm wichtig ist, können sie beim Schreiben darauf achten. Das erhöht die Chance auf ein sehr gutes Ergebnis.

Grundsätzlich entsteht die Note der Bachelorarbeit durch die Einschätzung von zwei Prüfern: Der Erstprüfer ist in der Regel der Betreuer. Er vergibt die erste Note. Die meisten Universitäten sehen einen Zweitprüfer vor. Auch der Zweitprüfer vergibt eine Note. Die Endnote der Arbeit wird aus dem arithmetischen Mittel dieser Werte errechnet. Das klingt vielleicht kompliziert, ist aber ganz einfach: Vergibt der Erstprüfer zum Beispiel eine 1,0 und der Zweitprüfer eine 2,0, werden diese Noten zusammengerechnet: 1,0 + 2,0 = 3,0. Dieses Ergebnis wird durch 2 geteilt, also: 3,0 / 2 = 1,5. Die Endnote wäre in diesem Fall also 1,5.

Selten weichen die Noten der Bachelorarbeit der beiden Prüfer stark voneinander ab. In der Realität ist es nämlich so, dass man sich unter Kollegen nicht streiten möchte. Es kommt also selten vor, dass der Zweitprüfer sich nicht dem Urteil des Erstprüfers anschließt oder eine absolut entgegengesetzte Note vorschlägt. In einem solchen Fall bewertet noch ein dritter Prüfer die Arbeit. Wenn er ins Spiel kommt, ist je nach Hochschule unterschiedlich geregelt und in den Prüfungsordnungen festgelegt. Teilweise gibt es bereits bei einer Abweichung um eine Note einen Drittprüfer, teilweise erst bei einem Unterschied von mehr als zwei Noten (Beispiel an der Universität Kassel).

Kriterien für die Note der Bachelorarbeit

Auch wenn Prüfer unterschiedliche viel Wert auf die jeweiligen Kriterien legen: Einige Aspekte sind immer wichtig für die Note der Bachelorarbeit. Dazu gehören:

  • Inhalt und Argumentationsweise
  • wissenschaftliche Arbeitsweise und Eigenständigkeit
  • Umgang mit Quellen
  • Gliederung
  • Formalien (z.B. auch die Formatierung und das Layout)
  • Rechtschreibung und Grammatik
  • Hinführung zum Thema/Fragestellung
  • Ergebnis

Inhalt der Bachelorarbeit (H2)

Zunächst einmal spielt natürlich der Inhalt die wichtigste Rolle für die Note: Ist die Fragestellung klar formuliert? Wird sie begründet? Studierende sollten laut der Philipps-Universität Marburg beispielsweise darauf achten, dass sie ihre Argumente und Belege klar aufeinander aufbauen.

Fatal ist es, wenn Studierende Mutmaßungen aufstellen, die sie nicht belegen können. Ebenso negativ ist es, wenn die Ergebnisse nicht durch Beweisketten belegt sind, sondern „wie Kaninchen aus dem Zauberhut“ (Universität Marbung) auftauchen.

Ohne eine wissenschaftliche Arbeitsweise keine gute Note

Besonders wichtig für eine gute Note ist zudem, dass Studierende in der Bachelorarbeit wissenschaftlich gearbeitet haben (Siehe z.B. Hinweise der Hochschule Heilbronn). Dazu gehört es laut den Infos der Infos der Technischen Universität Berlin außerdem, dass Studierende nach den Vorgaben des Betreuers weitere Literatur, Konzepte und Methoden gesucht haben).

Dabei ist auch die Eigenständigkeit ein wichtiger Faktor: Studierende sollten beispielsweise in der Lage sein, eigenständig Literatur zu recherchieren (Karmasin/Ribing, 2017). Zur Eigenständigkeit gehört es aber auch, eigene Schlussfolgerungen zu ziehen und Konzepte einzuordnen (Theisen, 2017).

Eine Bachelorarbeit muss keinen eigenen Beitrag zur Forschung liefern. Sie muss auch keine neuen Forschungsergebnisse produzieren. Das ist die Aufgabe von Masterarbeiten und Doktorarbeiten. Leistet sie dies aber trotzdem, wirkt sich das positiv auf die Note aus.

Zudem spielt das Aussehen natürlich auch eine Rolle. Eine gute Formatierung bewirkt schließlich, dass die Struktur der Arbeit deutlicher wird und sie zum Lesen einlädt. Wenn man Grafiken und Tabellen selbst erstellen kann, unterstützen sie zudem den Text.

Umgang mit Quellen in der Bachelorarbeit

Wichtig für die Note der Bachelorarbeit ist der angemessene Umgang mit Quellen (Oehlrich, 2014). Sie sollten möglichst flüssig in den Text eingearbeitet werden (Siehe dazu z.B. Hinweise der Universität Mannheim). Darüber hinaus sollten Studierende sie einordnen und einen Bezug zur Arbeit herstellen (Pospiech, 2017).

Studierende sollten außerdem darauf achten, dass sie nur wissenschaftliche Literatur verwenden (Sieh dazu auch die Hinweise der Hochschule Düsseldorf. Sie sollten in der Lage sein, Widersprüche in der Literatur herauszuarbeiten und aufzulösen.

Stimmigkeit der Gliederung der Bachelorarbeit

Wichtig für die Bewertung der Arbeit ist außerdem eine korrekte Gliederung. Dazu zählen auch Inhaltsverzeichnis und Literaturverzeichnis. Studierende sollte vor der Abgabe kontrollieren, ob die Gliederungspunkte aufeinander folgen. Wenn sich beispielsweise Punkt 5.4 an Punkt 4.3 anschließt, wirkt die ganze Arbeit nicht sorgfältig geschrieben.

Darüber hinaus sollten Studierende darauf achten, dass sie Abbildungen korrekt nummerieren und alle Verzeichnisse korrekt angelegt haben (Theisen, 2017). Außerdem sollte die Arbeit insgesamt so gestaltet sein, dass sie klar und sauber wirkt.

Nicht zuletzt sind auch Formalien für die Prüfer wichtig: Ist die Zitierweise einheitlich? Sind alle Quellenangaben in Ordnung? Enthält das Deckblatt alle wichtigen Angaben? Ist eine Eigenständigkeitserklärung beigefügt?

Rechtschreibfehler führen zu Punktabzug

Neben dem Inhalt und formalen Kriterien ist auch die Rechtschreibung ein wichtiger Punkt: Wenn die Arbeit vor Fehlern strotzt, ärgert das den Prüfer. Er sollte nicht das Gefühl haben, dass er der erste Korrekturleser dieser Bachelorarbeit ist.

Zu einer guten Sprache gehören nicht nur eine korrekte Rechtschreibung und die richtige Kommasetzung. Wichtig ist laut Leitfaden der Universität Mannheim auch, dass Studierende Fachbegriffe verwenden und sie erläutern.

Einleitung und Schluss spielen eine Rolle

Studierende sollten außerdem darauf achten, dass sie besonderen Wert auf Einleitung und Fazit legen. Diese Kapitel sind für die meisten Prüfer sehr wichtig. Dazu gehört es nicht nur, dass sie frei von Fehlern und gut zu lesen sind.

Die Einleitung sollte darüber hinaus schlüssig zur Fragestimmung führen und diese einordnen. Dabei sollten Studierende den Stand der Forschung darstellen. Sie sollten zudem einen kurzen Überblick über die Gliederung geben.

Für das Fazit ist es wichtig, dass die Fragestellung beantwortet wird. Studierende sollten das Ergebnis ihrer Arbeit einordnen. Dazu gehört es auch, auf offene Fragen hinzuweisen, an denen man weiter forschen könnte.

Durchfallen durch Plagiat oder zu spät abgeben

Natürlich gibt es noch andere Faktoren, die in die Bewertung einfließen. Wenn man beispielsweise eine Methode in einer empirischen Arbeit nicht gut umgesetzt hat, führt dies zur einer Abwertung der Note.

Dass Studierende die Bachelorarbeit gar nicht bestehen, ist eher selten. Wer aber bei einer routinemäßigen Plagiatsprüfung erwischt wird oder die Arbeit zu spät abgibt, fällt in der Regel durch. In einem solchen Fall hilft es auch nicht, mit dem Betreuer zu diskutieren, denn der Fall ist dann eindeutig.

Aus solchen Gründen durchzufallen, ist aber völlig unnötig und vermeidbar: Studierende sollte sich frühzeitig an ihren Betreuer wenden und mit ihm Inhalt und formale Kriterien durchsprechen, damit sie nicht in Verzug geraten. Außerdem sollten sie regelmäßige Termine mit ihm vereinbaren, bei denen sie über ihre Zwischenergebnisse sprechen. Dann steht einem guten Ergebnis nichts mehr im Weg.

Literatur

Karmasin, Matthias/Ribing, Rainer (2017): Die Gestaltung wissenschaftlicher Arbeiten: Ein Leitfaden für Seminararbeiten, Bachelor-, Master-, Magister- und Diplomarbeiten sowie Dissertationen, Stuttgart.

Oehlrich, Marcus (2014): Wissenschaftliches Arbeiten und Schreiben: Schritt für Schritt zur Bachelor- und Master-Thesis in den Wirtschaftswissenschaften, Wiesbaden.

Pospiech, Ulrike (2017): Wie schreibt man wissenschaftliche Arbeiten? Von der Themenfindung bis zur Abgabe. Für Hausarbeiten, Bachelor- und Masterarbeit, Berlin .

Theisen, Manuel René (2017): Wissenschaftliches Arbeiten: Erfolgreich bei Bachelor und Masterarbeit, München 2017.

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