Wie findet man ein gutes Thema für die Bachelorarbeit?

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Irgendwann in der studentischen Laufbahn ist es endlich soweit: Das Anfertigen der ersten wissenschaftlichen Arbeit steht an. Manchmal geschieht das bereits im ersten Semester mit einer Hausarbeit, oft bleibt man aber auch noch eine Weile verschont und man hat bis zum zweiten oder dritten Semester Zeit. Spätestens am Ende der Studienzeit gilt es aber dann, die Bachelorarbeit anzufertigen. Doch wie findet man ein passendes Thema für die Bacheloarbeit? Dieser Artikel gibt Tipps, wie Studenten ein Thema für ihre Bachelorarbeit finden, das zu ihnen und ihrem Studiengang passt. Dazu gibt der Artikel einen Überblick, wie sich ein passendes Thema idealerweise gestaltet und welche Fehler man bei der Suche nach einem geeigneten Inhalt besser vermeiden sollte.

Thema für die Bachelorarbeit finden

In manchen Studiengängen ist das Thema für die Bachelorarbeit mit einem bestimmten Seminar verknüpft. Dazu wird dann das Thema vorgegeben. Ist dies nicht der Fall, bietet es sich an, ein Thema zu suchen, das den persönlichen Interessen entspricht. Hier besteht nun die Herausforderung darin, das Interessengebiet mit dem Studienfach sinnvoll zu verknüpfen.

Das, was von persönlichem Interesse ist, soll anschließend aus der Perspektive des Studienfaches durch wissenschaftliches Arbeiten untersucht werden. Das hat den Vorteil, dass die Recherche Spaß macht und der Lerneffekt sich fast von alleine einstellt. Denn nichts ist schlimmer als sich tagelang mit einem Thema zu befassen, das einen langweilt.

Oft ist es auch gängige Praxis, dass das Thema für die Bachelorarbeit zwar mit einem Seminar oder der Vorlesung verknüpft ist, der Betreuer aber relativ freie Hand bei der Gestaltung der Bachelorarbeit lässt. Auch hier kann man sich thematisch etwas weiter entfernen und die persönlichen Interessen einfließen lassen. Generell gilt dabei, dass die kreativsten und besten Arbeiten sich deutlich aus der Masse hervorheben.

Um bei der Themenfindung entstehenden Schwierigkeiten aus dem Weg zu gehen, sollte stets offen und umfangreich mit dem Betreuer kommuniziert werden. So kann man bereits frühzeitig erkennen, dass die Themenfindung sich auf dem richtigen Weg befindet oder aber überhaupt nicht passt.

Sonderfall Werkstudent

Eine Bachelorarbeit hat den Anspruch, den Beginn des späteren Berufslebens zu fördern. Oft besteht ein erster Schritt hierfür schon in der Tätigkeit als Werkstudent. Dann kann man die Bachelorarbeit in einem Unternehmen schreiben. Dann ist es meistens möglich ein Forschungsgebiet auszusuchen, das für die anstehende Tätigkeit relevant ist (vgl. Kornmeier 2013: 48-49).

Generell geht es immer darum, ein Thema für die Bachelorarbeit zu finden, das in seiner speziellen Form noch nicht vorhanden ist. Darum gilt es eine Forschungslücke zu identifizieren und eine spezifische Forschungsfrage zu beantworten. Es scheint unmöglich, ein Thema zu bearbeiten, das noch gänzlich unbeachtet ist. Jedoch kann man einem Thema eine spezielle Blickrichtung geben, die noch nicht analysiert wurde.

Was muss mein Thema für die Bachelorarbeit „können“?

Auch wenn das eigentliche Themengebiet relativ schnell gefunden wurde, muss man sich nicht bis in das kleinste Detail einlesen. Denn es ist häufig der Fall, dass nach dem groben Umreißen oder dem Schreiben einer ersten Gliederung das Thema mit dem Betreuer noch diskutiert wird. Dies führt oft noch zu Veränderungen.

Also ist es erst einmal wichtig, dass die Idee eine Form erhält. Dies kann auf Basis von Überblicksartikeln geschehen, die einen ersten Umriss des Themas geben. Es gilt, im Grunde genommen, sich zunächst einen Überblick zu verschaffen, was in der Bachelorarbeit abgehandelt werden soll (vgl. Kruse 2010: 78). Das Thema kann anschließend eingegrenzt und die Forschungsfrage entwickelt werden.

Auch das Studienfach gibt vor, inwiefern die selbstständige Themenauswahl überhaupt machbar ist: So gilt es in den Sozial- und Geisteswissenschaften als Qualifikation, ein Thema für die Bachelorarbeit selbst aufzuspüren. In Ingenieur- und Naturwissenschaften hingegen gestaltet es sich oft als schwierig, denn hier ist die Forschung noch rasanter und es bietet sich an, Themen zu wählen, die ein aktuelles Projekt einbeziehen.

Was sollte man besser vermeiden?

Generell sind die meisten Themen einer Bachelorarbeit zu umfangreich gewählt. Es gilt stattdessen, das Thema gekonnt abzugrenzen. Eine wissenschaftliche Arbeit muss im vorgegebenen Zeitraum bewältigt werden können und darf den vereinbarten Seitenumfang nicht übersteigen. Ein zu weit gefasstes Thema ist ein typischer Fehler in der Bachelorarbeit und ist deshalb häufig der Grund, warum eine Bachelorarbeit zum Scheitern verurteilt ist, obwohl (oder weil) das Thema zum Beispiel für eine Masterarbeit oder Dissertation geeignet wäre.

Krämer bringt es auf den Punkt, wenn er zu bedenken gibt: „Klar, es klingt gut zu sagen: ‚Ich schreibe über die deutsche Literatur des 20. Jahrhunderts‘“; allerdings ist das in einer einzigen Bachelorthesis ein Ding der Unmöglichkeit“ (2009: 18).

Die Formulierung des Themas sollte auf gar keinen Fall einen Anspruch auf Vollständigkeit oder Absolutheit vermitteln. Außerdem darf das Thema nicht suggerieren, dass die Forschungsergebnisse von vornherein feststehen. Des Weiteren ist darauf zu achten, dass man eine konkrete Formulierung der Bachelorthesis wählt, vage Titel müssen vermieden werden.

Das Thema stellt den Arbeitstitel der Bachelorarbeit dar und setzt eine klare Eingrenzung voraus. Nur so ist es möglich, aussagekräftige Ergebnisse zu bekommen. Daher sollte es vermieden werden zu viele Aspekte unterzubringen, denn dadurch könnte man vermuten, dass der Bachelorthesis ein klarer Fokus fehlt.

Ein gutes Thema für die Bachelorarbeit?

Die nachfolgende Tabelle gibt einen beispielhaften Überblick über Themen, die gut gewählt sind und solche, die besser nochmal überdacht werden sollten. Sie bezieht dabei die Kriterien mit ein, die oben schon aufgezählt wurden.

Schlechte Themen Gute Themen
Die körperliche Entwicklung von Kindern Entwicklung der Greiffähigkeit von Kindern in den ersten Lebensmonaten
Lösungsansätze in produzierenden Unternehmen Effizienzsteigerung in der Modellpflege durch rechnergesteuerte Produktion am Beispiel der Automobilindustrie
Das beste Konzept zur Herzfrequenzmessung Optimierung eines Verfahrens zur stetigen, nicht-invasiven Herzfrequenzmessung
Die Nutzlosigkeit von Alternativmedizin Die Phytotherapie als Möglichkeit zur Förderung kindlicher Konzentrationsfähigkeit
Das norddeutsche Reetdach Die Winddurchlässigkeit als Mittel zur Trockenhaltung am Beispiel der Reetdächer

Weitere Hilfe gibt es z.B. auf der Website der Hochschule für angewandte Wissenschaften München. Hier wird eine Suchmaschine zur Verfügung gestellt, die einen Überblick über Abschlussthemen verschafft.

Thema für die Bachelorarbeit: Themensuchmaschine

Abb. 1: Themensuchmaschine der Hochschule für angewandte Wissenschaften München

Zusammenfassend kann man sagen, dass man bei der Auswahl eines geeigneten Themas für die Bachelorarbeit die eigenen Interessen berücksichtigen sollte – soweit möglich. Dabei ist darauf zu achten, dass das Thema in seiner individuellen Form noch nicht bearbeitet wurde. Ist die Arbeit dann endlich geschrieben, sollte sie fehlerfrei sein. In diesem Fall ist ein professionelles Lektorat der Bachelorarbeit ratsam.

Ferner muss es möglich sein, das Thema in der vorgegebenen Zeit und im geforderten Umfang zu bearbeiten. Außerdem gilt es bei der Themenauswahl typische Stolperfallen zu vermeiden. Gute Tipps zur Themenfindung gibt die die Fachhochschule Nordwestschweiz beispielsweise. Es lohnt sich aber auch, bei der eigenen Hochschule nachzuforschen, ob es dort Informationsmaterial oder eine andere Hilfestellung bei der Themenfindung gibt.

Literatur

Kornmeier, Martin (2013): Wissenschaftlich schreiben leicht gemacht – für Bachelor, Master und Dissertation, 6. Aufl. Bern.

Krämer, Walter (2009): Wie schreibe ich eine Seminar- oder Examensarbeit? 3. Aufl., Frankfurt.

Kruse, Otto (2010): Lesen und Schreiben – Der richtige Umgang mit Texten im Studium, Konstanz.

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