Lesen, drucken und binden: Wenn die Bachelorarbeit fast fertig ist

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Kaum ist das Word-Dokument geschlossen, naht endlich eine Welle der Erleichterung. Die Bachelorarbeit steht. Doch für ein paar Tage sollte man sich exzessive Freudensprünge noch verkneifen. Denn solange das gute Stück nicht fertig in den eigenen Händen liegt, gilt es als „Work in Progress“. Und fordert weiterhin Konzentration und Zeit. Das Gegenlesen, Drucken und Binden lassen einer Bachelorarbeit ist der letzte Drei-Schritt zur Vollendung der eigenen Meisterleistung. Was es dabei zu beachten gibt, verrät die folgende Übersicht.

Was bedeutet Gegenlesen?

In euphorischer Endspurt-Stimmung werden die letzten Arbeitsschritte bis zur fertigen Bachelorarbeit gern unterschätzt. Aber auch nach dem Schreiben, der Formatierung und einer Plagiatsprüfung steht noch viel Arbeit an. Dabei kann die achtsame sprachliche Verbesserung und das Drucken und Binden lassen eines wissenschaftlichen Textes maßgeblichen Einfluss auf seine Bewertung nehmen und die wissenschaftliche Arbeit, die man in die Abschlussarbeit gesteckt hat, aufwerten. Und das auch auf den letzten Metern.

Bevor sich Formfragen des Drucks und der Bindung stellen, sollte man zunächst ein Lektorat der Bachelorarbeit vornehmen (vgl. Theisen 2013: 298). Damit ist die systematische Prüfung, Einschätzung und wenn nötig Überarbeitung eines Manuskriptes gemeint. Dabei steht die Sicherung hoher Textqualität im Fokus, die durch die Anwendung inhaltlicher und formaler Richtlinien zustande kommen soll. Während inhaltliche Richtlinien die Kausalität, Konsistenz und Stichhaltigkeit eines Textes checken, werden auf formaler Ebene Rechtschreibung, Grammatik und Ausdruck geprüft (vgl. Schickerling 2016: 14). Das heißt: Ein falsch gesetztes Komma oder ein Tippfehler werden ebenso mit einem Verbesserungsvorschlag versehen wie unelegante Wortwiederholungen. Wichtig ist am Ende schließlich, dass der Betreuer bzw. Prüfer eine makellose Arbeit in den Händen hält.

Wer kann helfen?

Ob ein Freund oder ein Fachmann das Lesen der eigenen Bachelorarbeit übernehmen sollte, will gründlich überlegt sein. Dabei ist es grundsätzlich optimal, wenn es gelingt, gleich zwei Personen zu engagieren. Wer sich vom textaffinen Bruder oder vom Studienkollegen in die Karten schauen lässt, hat den Vorteil, dass das Gegenlesen nichts kostet. Zudem kann man seine Anmerkungen und Vorschläge entspannt und gemeinsam bei einem Kaffee durchgehen. Dabei könnten jedoch die Fähigkeiten, zeitlichen Kapazitäten und die Verlässlichkeit des Helfers überschätzt werden (vgl. Theisen 2013: 299).

Eine attraktive Alternative ist es deshalb, einen professionellen Anbieter zu beauftragen. Nicht nur das Lesen des Textes kostet hierbei Zeit, sondern auch das Sichten und anschließende Einfügen der Verbesserungsvorschläge (siehe hierzu auch einen Artikel der Welt). Deshalb ist es angenehm, sich dank einer Agentur auf ein professionelles und fristgerechtes Ergebnis verlassen zu können. Zudem ist es unnötig, sich vor einem kompetenten, aber unbekannten Profi der eigenen Schreibschwächen wegen zu genieren.

Der Umgang mit Verbesserungen

Ganz gleich, wer schließlich die Arbeit übernimmt: Man sollte sich auf einen ganzen Sack voller Verbesserungsvorschläge gefasst machen (siehe hierzu auch einen Erfahrungsbericht im Spiegel). Den eigenen Text vor rot leuchtend kaum wiederzuerkennen, ist ganz normal und kein Grund zur Aufregung. Meist sind es harmlose Tippfehler oder Wortdreher, auf die sich das Gros der Überarbeitungsvorschläge beziehen, und die sekundenschnell verbessert werden können. Wenn man allerdings schon selbst vermutet, dass sprachliche Mängel zu erwarten sind, ist manchmal das Umschreiben die bessere Idee, da hier der gesamte Sprachstil konsequent verändert wird.

Zudem ist es sinnvoll, mit dem Gegenlesen lassen nicht bis zum Schluss zu warten, sondern schon die halbfertige Bachelorarbeit erstmals anschauen zu lassen. Unbedarfte Schreibmarotten, die sich andernfalls durch den Gesamttext ziehen würden, können auf diese Weise frühzeitig erkannt und anschließend vermieden werden. Genauso handhaben das übrigens auch viele arrivierte Schriftsteller. Nicht abgeschieden und allein, sondern in enger Rücksprache mit ihren Betreuern beim Verlag kommen so bedeutende Werke zustande (siehe hierzu auch einen Artikel der Zeit).

Drucken und binden lassen

Nach der sprachlichen Optimierung steht das Drucken und Binden lassen der Bachelorarbeit auf der To-do-Liste. Richtlinien von Universitäten und Hochschulen, nachzulesen in der jeweiligen Prüfungsordnung, geben hierbei einige verpflichtende Antworten auf Formfragen. So gelten bestimmte Normen, die man bei der Erstellung von Grafiken und Tabellen und für die Menge der einzureichenden Exemplare beachten muss. Individuellen Spielraum gibt es dennoch. Ziel ist schließlich die professionelle Erscheinung, hochwertige Haptik, praktische Handhabung und angenehme Lesbarkeit der gedruckten Bachelorarbeit.

Der geeignete Anbieter

Wer seine Arbeit in den Druck geben will, muss sich zwischen Online-Druckereien oder klassischen Copyshops entscheiden. Dabei haben beide Anbieter ihre Stärken und Schwächen. So bedeutet der analoge Besuch eines realen Copyshops einen etwas höheren Zeitaufwand als der entsprechende Kaufen-Klick im Internet. Zudem macht er einen Preisvergleich verschiedener Anbieter schwer. Andererseits helfen im Copyshop greifbare Musterexemplare bei der Entscheidungsfindung und entfällt die Wartezeit von mindestens 24 Stunden, die die Lieferung durch einen Online-Anbieter mit sich bringt.

Die Möglichkeiten des Drucks

Beachtet werden muss, dass ein gebundener Text und damit auch Hauptkapitel stets auf der rechten Seite beginnen. Ob man sich für einen ein- oder doppelseitigen Druck entscheidet, ist dabei unerheblich. Die gleichbleibende oder wechselnde Position von Seitenzahlen und das gezielte Löschen oder Einfügen von Leerseiten hilft dabei, ein stimmiges Gesamtbild herzustellen. Die Entscheidung zwischen Farb- oder Schwarzweiß-Druck wird vom Vorkommen von Bildmaterialen in der Arbeit bestimmt. Farbige Darstellungen sollten demnach auch in Farbe gedruckt werden.

Die Bindungsarten und die Papierstärke

Die Kosten für den Druck und die Bindung einer Bachelorarbeit können je nach Papierstärke und Bindungsart erheblich variieren. Gerechnet werden sollte für Druck und Bindung von 40 DIN-A4-Seiten mit etwa 25 bis 65 Euro. Das Spektrum der Möglichkeiten in Sachen Bindung reicht von der Metallringbindung (Spiralbindung), der Plastikringbindung, der Fälzelbandbindung (Klebebindung) und Softcoverbindung (Magazinbindung) bis hin zur traditionellen Hardcoverbindung (Buchbindung). Ob beispielsweise klassische Eleganz oder praktische Handhabung wichtiger ist, liegt im Auge des Betrachters. Gleiches gilt für die Wahl der Papierstärke. Dabei sollte man berücksichtigen, dass ein dünnes Papier der Stärke 75 bis 80 g/m² anfälliger für Eselsohren und Knittereien ist und sich weniger solide anfühlt. Papier mit einer Stärke von 100 g/m² liegt dagegen gut in der Hand, und solches mit einer Stärke von 120 g/m² verhindert sogar das Durchscheinen der Buchstaben bei einem doppelseitigen Druck.

Auch wenn nach mühevoller Forschungs- und Schreibarbeit die grauen Zellen nach Erholung verlangen, sollten die letzten Arbeitsschritte einer Bachelorarbeit nicht unterschätzt werden. Das Gegenlesen, Drucken und Binden lassen des Textes kann das Beste aus ihm herausholen. Deshalb sollte man auf den letzten Metern nicht mit Zeit und Konzentration geizen. Ob man schließlich einen Freund oder Fachmann für die Optimierung mit ins Boot holt, und ob man sich für eine Hardcover- oder Magazinbindung entscheidet, ist Geschmackssache. Die Hauptsache ist, man bringt einige Extra-Tage und vorerst ein letztes Mal einen kühlen Kopf mit.

Literatur

Schickerling, Michael (2016): Lektorat kompakt: Ein Arbeitsbuch für Lektoren und Redakteure, Frankfurt am Main.

Theisen, Manuel-René (2013): Wissenschaftliches Arbeiten: Erfolgreich bei Bachelor- und Masterarbeit., 16. Aufl., München.

Weiterführende Literatur:

Andresen, Johanna (2015): Kommasetzung: Der Crashkurs für Studierende. Fehlerfrei mit fünf Strategien, Kindle Edition.

Sailler, Johannes (2017): Handbuch Korrekturlesen: Erfolgreich Korrektur lesen. Korrekturwissen von A bis Z, Books on Demand.

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