Vom Suchen und Finden des passenden Betreuers der Bachelorarbeit

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Bei der Wahl des Betreuers der Bachelorarbeit sollte nicht nur das Thema zu einem passen, sondern auch die Persönlichkeit des Betreuers. Denn dieser begleitet durch den gesamten Zeitraum, in der man an seiner Abschlussarbeit arbeitet. Dieser Text erklärt, warum es so wichtig ist, dass das Verhältnis zum Betreuer stimmt, und wie man einen geeigneten Dozenten findet.

Was ist die Aufgabe des Betreuers der Bachelorarbeit?

Von der Themenfindung über die Literatursuche und Methodenwahl bis hin zum Schreibprozess – ein Betreuer begleitet die Bachelorarbeit über mehrere Monate hinweg. In einem Leitfaden der Universität Bielefeld zur Betreuung von Abschlussarbeiten wird diese Aufgabe folgendermaßen definiert: „Die Betreuung von Abschlussarbeiten umfasst ein Angebot der zuständigen Lehrenden in Form einer unterstützenden Begleitung der Studierenden bei dem Verfassen ihrer Abschlussarbeit.“

Als wichtigster Ansprechpartner zur Bachelorarbeit übernimmt ein Betreuer sowohl beratende als auch motivierende Tätigkeiten. Außerdem unterstützt er mit seiner entsprechenden fachwissenschaftlichen Kompetenz (vgl. Weber 2017: 40 und Hirsch-Weber/Scherer 2016: 14).

Ein guter Betreuer sollte in den Gesprächen von Anfang an klar und deutlich formulieren, was er von der fertigen Thesis erwartet und worauf er Wert legt, zum Beispiel bei der Wahl der Methoden, bei der Art des Zitierens oder der Verwendung bestimmter Begrifflichkeiten. So kann es später nicht zu Missverständnissen oder Überraschungen bei der Plagiatsprüfung oder die Ausgestaltung der Formatierung kommen.

Wendet sich ein Student an ihn, weil bei seiner Abschlussarbeit Fragen aufgekommen sind und er unsicher über die weiteren Schritte ist, sollte der Betreuer dem Studenten seine Ängste nehmen und auf Fragen eingehen. Außerdem ist es seine Aufgabe zu prüfen, ob man sich noch auf dem richtigen Weg findet, oder schon längst den roten Faden verloren hat (vgl. Bensberg/Messer 2017: 163).

Wer darf die Aufgabe des Betreuers der Bachelorarbeit übernehmen?

Nicht jeder, der im Hochschulalltag Vorlesungen und Seminare hält, hat auch die Erlaubnis eine Bachelorarbeit zu betreuen. Wer als Betreuer und Prüfer in Frage kommt, gibt stattdessen der Fachbereich vor. An den meisten Instituten gibt es dafür Listen mit möglichen Betreuern. Im Studiengang Kunstpädagogik an der Ludwig-Maximilians-Universität München ist es zum Beispiel auf diese Weise geregelt.

Manchmal dürfen nur Dozenten, die habilitiert sind, als Betreuer tätig sein, manchmal ist dafür eine feste Anstellung eine zwingende Voraussetzung. Wie dies genau geregelt ist, steht meist in der jeweiligen Prüfungsordnung (vgl. Karmasin/Ribing 2017: 24).

In manchen Fällen darf ein Dozent die Betreuung übernehmen, nicht aber die Notenvergabe. Betreuer und Gutachter sind dann nicht ein und dieselbe Person, sondern zwei verschiedene Lehrende an der Hochschule (vgl. Hirsch-Weber/Scherer 2016: 14).

Bevor man also seinen Lieblingsdozenten anspricht, sollte man zuvor einen Blick in die Prüfungsordnung werfen und prüfen, ob er auch tatsächlich die Bachelorarbeit betreuen darf.

Wann sollte man sich auf die Suche nach einem Betreuer machen?

Dass es an vielen Hochschulen immer mehr Studierende gibt, sich aber an der Anzahl der Dozenten nur wenig ändert, hat Auswirkungen auf den Betreuungsschlüssel. Daher sollte man möglichst früh nach einem passenden Betreuer suchen. Denn es kann sein, dass ein Dozent keine weiteren Bachelorarbeiten mehr annimmt, wenn er schon mehrere gleichzeitig betreut (vgl. Bensberg/Messer 2014: 163).

Zudem sollte man einplanen, dass man mit mehreren potentiellen Betreuern sprechen muss, bevor man den richtigen für sein Thema findet. Nicht immer klappt es gleich auf Anhieb beim Wunschprofessor. Auch deshalb empfiehlt es sich, frühzeitig Sprechstundentermine zu vereinbaren.

Bevor man auf die Suche geht, sollte allerdings das Thema bereits stehen und man sich Gedanken darüber gemacht hat, wie man es bearbeiten will und sich einen groben Überblick über die Literatur dazu verschafft und die Literatur organisiert haben. Mit einer unausgereiften Idee hinterlässt man sonst im ersten Gespräch einen schlechten Eindruck.

Im Übereifer sollte man allerdings nicht mit dem Schreiben beginnen und dann erst nach einem Betreuer suchen. Denn sonst riskiert man, dass man dem Betreuer vor den Kopf stößt und man einiges wieder überarbeiten muss (vgl. Huber 2017: 99).

Worauf sollte man bei der Wahl des Betreuers der Bachelorarbeit achten?

Bei der Suche nach dem passenden Betreuer sollte man nicht zwingend auf die Meinung anderer hören, sondern sich vielmehr selbst die Frage stellen, was man von einem Betreuungsverhältnis erwartet. Jeder hat dazu eigene Vorstellungen.

Manch einer braucht jemanden, der ständig ein offenes Ohr und motivierende Worte für den Student hat. Für andere ist es hilfreicher, wenn der Betreuer ihnen einen großen Freiraum gibt. Wieder andere brauchen ein forderndes Gegenüber, das zu jedem Gesprächstermin bestimmte Arbeitsfortschritte sehen will. Oft gelten Professoren aber auch als strenger als sie wirklich sind (vgl. Haines 2009: 135). Insgesamt sind Tipps zum wissenschaftlichen Arbeiten und Ratschläge, wie man typische Fehler vermeidet natürlich immer willkommen und machen den guten Betreuer ebenso aus.

Wichtig ist vor allem, dass man sich gegenseitig sympathisch ist und sich vertraut. Schließlich muss man die folgenden Monate zusammenarbeiten und sich regelmäßig für Betreuungsgespräche treffen (vgl. Huber 2017: 99) Hat man nach einem ersten Gespräch dabei kein gutes Gefühl, sollte man weitersuchen.

Gleiches gilt für den Fall, dass der potentielle Betreuer das erste Gespräch nur schnell abhakt und sich kaum Zeit dafür nimmt. Denn ein guter Betreuer sollte regelmäßig für Gespräche zur Verfügung stehen und für seine Studenten erreichbar sein (vgl. Huber 2017: 99).

Das heißt aber nicht, dass man bei jeder einzelnen Frage vor der Bürotür steht oder unzählige E-Mails schickt. Vielmehr sollte man abwarten und mehrere Fragen sammeln, die man dann im direkten Gespräch Punkt für Punkt abklärt (vgl. Weber 2017: 241 sowie Haines 2009: 137).

Wie findet man einen geeigneten Betreuer?

Wer einen bestimmten Dozenten aus bereits besuchten Seminaren kennt und sympathisch findet, kann natürlich diesen fragen, ob er die Betreuung beim Abschlussarbeit Schreiben übernimmt (vgl. Hirsch-Weber & Scherer 2016: 16). Nicht jeder, der eine interessante Vorlesung hält, ist allerdings auch ein guter Zuhörer und Gesprächspartner (vgl. Huber 2017: 100)

Hinzu kommt, dass das Thema auch im Fachbereich des potentiellen Betreuers der Bachelorarbeit liegen sollte. Denn hat er dort nicht ausreichend Wissen und Kompetenzen, kann er bei der Bachelorarbeit nicht die notwendige Unterstützung leisten (vgl. Weber 2017: 40). Einen Überblick über die Forschungsschwerpunkte der Dozenten findet sich in der Regel auf den Internetseiten des Lehrstuhls (vgl. Karmasin/Ribing 2017: 23).

Hat man einen möglichen Betreuer ins Auge gefasst, vereinbart man mit ihm ein Gespräch. Bei diesem Termin gilt es, mit dem Thema der Bachelorthesis zu überzeugen. Daher sollte man sich gut auf dieses erste Treffen vorbereiten und auch bereits einige Fragen parat haben (vgl. Haines 2009: 137).

Sympathie und Kompetenz sind entscheidende Kriterien bei der Wahl des passenden Betreuers der Bachelorarbeit. Außerdem sollte er sich für Gespräche ausreichend Zeit nehmen. Denn nur dann kann aus einem Betreuungsverhältnis auch eine erfolgreiche Bachelorarbeit entstehen.

Literatur

Bensberg, Gabriele/Messer, Jürgen (2014): Survivalguide Bachelor. Dein Erfolgscoach für das ganze Studium – Nie mehr Leistungsdruck, Stress & Prüfungsangst – Bestnoten mit Lerntechniken, Prüfungstipps, Berlin/Heidelberg.

Haines, Maria (2009): ABC der wissenschaftlichen Abschlussarbeit, Paderborn.

Hirsch-Weber, Andreas/Scherer, Stefan (2016): Wissenschaftliches Schreiben und Abschlussarbeit in den Natur- und Ingenieurwissenschaften. Grundlagen – Praxisbeispiele – Übungen, Stuttgart.

Huber, Emma (2017): Vom Reden zum Schreiben. So gelingt Ihre Abschlussarbeit, Paderborn.

Karmasin, Matthias/Ribing, Rainer (2017): Die Gestaltung wissenschaftlicher Arbeiten. Ein Leitfaden für Facharbeit/VWA, Seminararbeiten, Bachelor-, Master-, Magister- und Diplomarbeiten sowie Dissertationen, 9. Aufl., Wien.

Weber, Daniela (2017): Die erfolgreiche Abschlussarbeit für Dummies, 3. Aufl., Weinheim.

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