Die typischen Fehler in der Bachelorarbeit – und wie man sie vermeidet

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Für viele Studierende ist die Bachelorarbeit die erste große wissenschaftliche Arbeit , die sie in ihrem Studium schreiben. Deshalb sind viele Studierende unsicher, wie sie dieses Projekt am besten angehen. Es gibt typische Fehler in der Bachelorarbeit, die immer wieder auftreten. Sie lassen sich leicht vermeiden. Wer darauf achtet, erhöht seine Chancen, eine erfolgreiche Arbeit zu schreiben.

Das Thema ist schlecht gewählt

Aus einem schlecht gewählten Thema lässt sich kaum eine gute Abschlussarbeit schreiben. Wichtig ist zunächst, dass Studierende Interesse an dem Themengebiet haben, über das sie schreiben wollen. Ansonsten wird es schwierig, die Motivation aufzubringen, sich mehrere Wochen lang damit zu beschäftigen.

Optimal ist es, wenn Studierende bereits Vorwissen mitbringen. Deshalb ist es günstig, ein Thema zu wählen, mit dem man sich in einem vergangenen Semester bereits beschäftigt hat. Wichtig ist auch, das Thema nicht zu breit zu fassen. Andernfalls ist es schwierig, sich einen Überblick über die Forschungsliteratur (Siehe auch Tipps der Hochschule Düsseldorf) zu verschaffen und eine Gliederung aufzustellen (Karmasin, Ribing, 2017).

Die Gliederung vernachlässigen

Die Gliederung ist der rote Faden, der die einzelnen Teile der Arbeit miteinander verbindet. Ein häufiger Fehler in der Bachelorarbeit ist es, die Gliederung erst ganz zum Schluss aufzustellen (Pospiech, 2017). Sie sollte zumindest als Rohfassung bereits stehen, wenn Studierende mit dem Schreiben beginnen.

Ein weiterer Fehler ist eine Gliederung, die nicht einheitlich ist. Wenn Studierende ihre Arbeit überarbeiten, vergessen sie manchmal, das Inhaltsverzeichnis zu aktualisieren. Folgt dann Punkt 2.2 auf 2.4, während Punkt 3.1 fehlt, dann macht das einen schlechten Eindruck.

Der Zeitplan ist schlecht strukturiert

Ein fataler Fehler in der Bachelorarbeit ist ein schlechter Zeitplan. Noch ungünstiger ist nur, gar keinen Zeitplan aufzustellen. Studierende sollten sich frühzeitig einen Überblick über den Arbeitsaufwand machen, der auf sie zukommt.

Dabei ist es wichtig, den Zeitplan passend zu strukturieren. Vor allem Puffer sind wichtig: Es gibt viel, das den Schreibfluss stören kann und zu Schreibblockaden führt– zum Beispiel eine Krankheit oder Liebeskummer. Auch Bücher, die Studierende dringend brauchen, könnten verliehen sein. Das sollte ein guter Zeitplan berücksichtigen. Darüber hinaus sollten Studierende genügend Zeit einplanen, um ihre Bachelorthesis zu überarbeiten.

Den Kontakt zum Betreuer scheuen

Ein Betreuer übernimmt eine wichtige Funktion bei einer Bachelorarbeit. Natürlich gibt es angenehmere Dinge, als sich mit seinem Betreuer über die Arbeit zu unterhalten. Womöglich wird er Kritik äußern und sich zum Beispiel eine andere Gliederung wünschen.

Genau diese Faktoren sind aber wichtig: Bei den Gesprächen können sich Studierende ein Bild davon machen, was der Betreuer von ihnen erwartet. Außerdem schafft es psychologisch einen gewissen Druck, weiter an der Arbeit zu schreiben, wenn der nächste Termin beim Betreuer schon feststeht.

Keine Sicherung der Arbeit erstellen

Zu den ungünstigsten Fehlern bei einer Bachelorarbeit zählt es, wenn Studierende ihre Arbeit nicht sichern. Computer und Laptops scheinen immer dann abzustürzen, wenn man sie am meisten braucht. Deshalb sollte Studierende regelmäßig ein Backup ihrer Arbeit erstellen – idealerweise mehrmals am Tag.

Wichtig ist, diese Dateien nicht am selben Ort zu speichern wie die Bachelorarbeit. Stürzt der Rechner ab, sind sonst Arbeit und Backup verloren. Sinnvoller ist es deshalb, die Arbeit an mehreren Orten zu speichern. Dafür eignet sich beispielsweise ein USB-Stick oder eine Cloud. Einige Studierende schicken die Bachelorarbeit auch regelmäßig per Mail an das eigene Postfach.

Funktionen der Software sind unbekannt

Eine Bachelorarbeit, bei der die Zitierweise und die Fußnoten nicht einheitlich sind, macht einen schlechten Eindruck (Theisen, 2017). Die meisten Studierenden nutzen für ihre Arbeit Word oder ein ähnliches Programm. Studierende sollten sich mit den Funktionen ihres Programmes vertraut machen, bevor sie zu schreiben beginnen. Word bietet beispielsweise die Möglichkeit, Formatvorlagen anzulegen. Damit sehen Überschriften, Fußnoten und eingeschobene Zitate einheitlich aus.

Ein weiterer Fehler in der Bachelorarbeit ist es, nicht auf die einheitliche Schreibweise von Wörtern zu achten. Wenn sich Wörter mit und ohne Bindestrich schreiben lassen, sollten Studierende sich für eine Variante entscheiden – und konsequent dabei bleiben.

Abbildungen passen nicht ins Format

Manche Bachelorarbeiten enthalten Grafiken oder Tabellen. Dabei kommt es aber immer wieder vor, dass diese kaum lesbar sind. Teils liegt das daran, dass sie viel zu klein sind. Auch der umgekehrte Fall kommt vor: Manche Abbildungen ragen über den Seitenrand hinaus. Das führt dazu, dass womöglich wichtige Informationen fehlen.

Darüber hinaus sollten Studierende darauf achten, dass sie Grafiken sinnvoll in den Text einbetten. Eine Abbildung, die kommentarlos mitten im Kapitel erscheint, hat keinen Mehrwert für die Arbeit.

Die Arbeit ist nicht wissenschaftlich genug

Viele Studierende müssen erst einmal lernen, wie man wissenschaftlich arbeitet. Dazu gehört es auch, sich eigene Gedanken zu machen. Studierende sollten eigene Überlegungen anstellen, Argumente verknüpfen und daraus ihre Schlussfolgerungen ziehen.

Die Arbeit soll einen Beitrag zur Forschung leisten. Geben Studierende hingegen nur das wieder, was sie sich angelesen haben, dann reicht das nicht aus. Die eigene Leistung sollte für den Prüfer deutlich erkennbar sein (Vgl. Leitfaden für wissenschaftliches Arbeiten der Hochschule Heilbronn).

Die Einleitung zuerst schreiben

Ein typischer Fehler in der Bachelorarbeit ist es, dass Studierende die Kapitel der Reihe nach verfassen. Das mag zwar auf den ersten Blick sinnvoll erscheinen. Tatsächlich ist diese Vorgehensweise bei der Einleitung aber wenig zielführend.

Zwar sollten Studierende eine grobe Gliederung erstellt haben, bevor sie mit dem Schreiben beginnen. Die Feinheiten kristallisieren sich aber erst während des Schreibens heraus. Deshalb ist es sinnvoll, die Einleitung ganz zum Fazit zu schreiben. Dann erst wissen Studierende genau, welchen Inhalt ihre Arbeit hat (Oehlrich, 2014).

Ganz wichtig ist es außerdem, bei der Einleitung besonders gründlich zu sein. Sie ist das Aushängeschild der Arbeit, weil der Prüfer sie zuerst liest. Ist sie voller Fehler oder lässt keine Struktur erkennen, dann kann sich das negativ auf die Note auswirken.

Fehler in der Bachelorarbeit nicht überarbeiten

Die wenigsten Studierenden schreiben druckreif. Aus diesem Grund ist es ein großer Fehler, bereits die erste Fassung der Bachelorarbeit abzugeben. Eine gute Arbeit erfordert ein gewisses Maß an Überarbeitungen.

Zum Überarbeiten gehört es auch, ein Lektorat einer Bachelorarbeit zu nutzen. Selbst wer sprachlich noch so versiert ist, sollte seine Arbeit noch einmal lassen. Eigene Fehler fallen einem selbst oft nicht mehr auf, machen aber einen ganz schlechten Eindruck in der Bachelorarbeit. Ebenfalls hilfreich ist zudem eine Plagiatsprüfung.

Natürlich sind diese Tipps alleine noch keine Garantie für eine erfolgreiche Arbeit. Sie erhöhen aber die Chance auf eine gute Leistung – und sie lassen sich leicht umsetzen.

Literatur

Karmasin, Matthias/Ribing, Rainer (2017): Die Gestaltung wissenschaftlicher Arbeiten: Ein Leitfaden für Seminararbeiten, Bachelor-, Master-, Magister- und Diplomarbeiten sowie Dissertationen, Stuttgart.

Oehlrich, Marcus (2014): Wissenschaftliches Arbeiten und Schreiben: Schritt für Schritt zur Bachelor- und Master-Thesis in den Wirtschaftswissenschaften, Wiesbaden.

Pospiech, Ulrike (2017): Wie schreibt man wissenschaftliche Arbeiten? Von der Themenfindung bis zur Abgabe. Für Hausarbeiten, Bachelor- und Masterarbeit, Berlin.

Theisen, Manuel René (2017): Wissenschaftliches Arbeiten: Erfolgreich bei Bachelor und Masterarbeit, München.

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