Tipps für die Rechtschreibung in der Bachelorarbeit

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Viele Studierende legen den Fokus auf den Inhalt, wenn sie eine Bachelorarbeit schreiben. Das ist auch gut so – trotzdem sollte man die Rechtschreibung nicht aus dem Blick verlieren. Häufen sich die Fehler in einer Arbeit, dann wirkt das wenig sorgfältig und damit nicht wissenschaftlich. Das macht einen schlechten Eindruck. Im Zweifel kann dann sogar die Note darunter leiden. Deshalb sollten Studierende einige grundlegende Tipps für die Rechtschreibung beherzigen.

Darum ist Rechtschreibung in der Bachelorarbeit so wichtig

Bei einer Bachelorarbeit kommt es auf den Inhalt an – die Rechtschreibung ist nachrangig? Falsch gedacht: Für eine wissenschaftliche Arbeit sind Rechtschreibung, korrekte Zeichensetzung und Grammatik wie eine Visitenkarte (Vgl. die Tipps der Fachhochschule Flensburg).

Eine Arbeit kann inhaltlich durchaus herausragend sein. Ist aber die Rechtschreibung schlecht, dann leidet der Eindruck – und unter Umständen führt das sogar zu Abzügen bei der Note (Vgl. die Bewertungskriterien der Universität Mannheim). Studierende sollten deshalb auch bei der Rechtschreibung sorgfältig sein.

Wenn Leerzeichen falsche Freunde sind

Viele Studierende neigen dazu, Leerzeichen an Stellen zu setzen, an denen Wörter eigentlich zusammengeschrieben werden müssen. Grundsätzlich gilt immer: Zusammengesetzte Wörter werden auch zusammengeschrieben (Duden, 2011). Ein Leerzeichen gehört dort niemals hin.

So ein zusammengesetztes Wort, das aus zwei oder mehr Substantiven besteht, heißt auch Kompositum. Ein Beispiel für die Zusammenschreibung ist zum Beispiel das Wort „Technologietransfer“ (Siehe auch im Duden). Falsch wäre es, „Technologie Transfer“* (*Achtung, falsche Form) zu schreiben.

Nicht auf Bindestriche verzichten

Manchmal entwickeln sich ziemliche Wortmonster, wenn man mehrere Substantive zusammenzieht. Ein typisches Beispiel dafür ist das deutsche Wort Donaudampfschifffahrtsgesellschaftskapitän. Mit etwas Fantasie entsteht daraus sogar noch die Donaudampfschifffahrtselektrizitätenhauptbetriebswerkbauunternehmenbeamtengesellschaft.

Das ist ziemlich schwer zu lesen. Trotzdem schreibt man auch hier weiterhin gemäß der vorherigen Regel alle Wortbestandteile zusammen. Für die bessere Lesbarkeit ist es aber möglich, einen oder mehrere Bindestriche zu setzen. Er macht zum Beispiel Wörter wie Einnahmen-Überschuss-Rechnung gleich viel besser lesbar. Das freut auch den Prüfer bzw. Betreuer.

Achtung: Ein Bindestrich ist kürzer als ein Gedankenstrich. Das Programm Word setzt zwischen zwei Wörter zunächst automatisch einen Bindestrich, solange direkt nach diesem Zeichen kein Leerzeichen folgt.

Darauf sollte man also achten, denn sonst wird der Strich zu lang und damit zum Gedankenstrich. Der hat aber als Verbindung zwischen zwei Wörtern nichts verloren. Seine Aufgabe ist es, einen Einschub oder Nebengedanken vom Satz abzutrennen.

Weg mit dem unnötigen Apostroph

Der Apostroph leidet unter einem ähnlichen Schicksal wie das weiter oben beschriebe Leerzeichen: Er wird seit einiger Zeit im Deutschen recht häufig verwendet – dabei allerdings oft in einer falschen Form.

Grundsätzlich zeigt der Apostroph im Deutschen an, dass in einem Wort ein oder mehrere Buchstaben ausgelassen worden sind. Er steht zum Beispiel dann, wenn der Kurfürstendamm zum Ku’damm verkürzt wird.

Zudem erscheint der Apostroph häufig fälschlich vor der Endung auf „s“ im Plural. Dabei werden aus Brechts Dramen plötzlich Brecht’s Dramen* (* Achtung, falsche Form). Vor dem Plural-s wird in der deutschen Sprache aber nie ein Apostroph gesetzt. Es heißt also zum Beispiel Pkws und nicht Pkw’s* – denn es ist in diesem Wort kein Buchstabe ausgelassen worden

Der Apostroph kann aber nach Namen stehen, die mit s, ß, c, x oder z enden, wenn sie ohne Artikel stehen. Ein Beispiel wäre Hans’ Streiche, Marx’ Philosophie usw.

Achtung: Die Verwirrung um den Apostroph entsteht auch durch den Einfluss der englischen Sprache. Dort zeigt er Besitzverhältnisse an. Das ist aber ein Unterschied zur deutschen Sprache, in der er diese Funktion nicht erfüllt.

Wörter richtig trennen

Eine weitere typische Quelle für eine problematische Rechtschreibung in der Bachelorarbeit ist die falsche Trennung von Wörtern. Word bietet diese Funktion zwar automatisch an. Doch nicht immer sind dem Textverarbeitungsprogramm alle wissenschaftlichen Fachbegriffe geläufig.

Manchmal bleibt dann nur, Wörter von Hand zu trennen. Dabei gilt: Grundsätzlich werden Wörter nach Silben getrennt. Dabei hilft es, sich die Wörter vorzusprechen. Die Verbindung von „ck“ darf nicht getrennt werden (zum Beispiel in Wörtern wie knacken oder Locken) (Wermke, 2012).

Wie entstehen eigentlich Fehler in der Rechtschreibung?

Manche Studenten sind einfach nicht fit in der Rechtschreibung, sondern haben andere Stärken. Trotzdem ist es wichtig, dass die Bachelorarbeit möglichst fehlerfrei ist. Oft schleichen sich auch Flüchtigkeitsfehler ein, während man schreibt.

Hin und wieder ist auch Unsicherheit über die korrekte Schreibweise eine Quelle von Fehlern. Dabei hilft es, entweder ein Nachschlagewerk zur Hand zu nehmen (Staaden, 2016) oder das Internet zurate zu ziehen – zum Beispiel die Onlineversion des Duden. Viele Textverarbeitungsprogramme enthalten zudem eine Prüffunktion.

Der Duden bietet außerdem online eine kostenlose Rechtschreibprüfung an. Sie umfasst allerdings nur Texte bis zu 800 Zeichen. Im Zweifel empfiehlt es sich also, dort besonders sensible Bereiche der Bachelorarbeit auf die richtige Schreibweise zu prüfen – zum Beispiel die Einleitung und das Schlusskapitel.

Genügend Zeit zum Korrekturlesen einplanen

Viele Rechtschreibfehler in der Bachelorarbeit lassen sich durch genügend Zeit für die letzten Arbeiten an der Bachelorarbeit ausmerzen (Franck, 2011). Einige Universitäten empfehlen Studierenden inzwischen ausdrücklich, wissenschaftliche Arbeiten korrigieren zu lassen (Vgl. die Empfehlung der Ludwig-Maximilian-Universität München).

Rechtlich gesehen ist es legal, seine Arbeit auf Rechtschreibung, Zeichensetzung und eine korrekte Grammatik, verständliche Sprache oder auf eine schlüssige Argumentation prüfen zu lassen.

Auch Freunde oder Kommilitonen eignen sich als Leser (Karmasin, Ribing, 2017). Meistens ist es aber sinnvoll, ein professionelles Lektorat für die Bachelorarbeit zu nutzen.

Eine gute Rechtschreibung ist keine hohe Kunst – wer einige grundlegende Regeln beachtet, der macht bereits viel richtig. Hilfreich ist es, seine typischen Fehlerquellen zu kennen: Ist es die Kommasetzung oder eher die faslche Schreibweise bestimmter Wörter? Wer sich die Regeln dazu verdeutlicht, der senkt bereits die Fehlerwahrscheinlichkeit. Wer zudem von sich weiß, dass Rechtschreibung seine große Schwäche ist, der sollte auf jeden Fall mehrere Korrekturdurchläufe einplanen, damit das Geschriebene die Note nicht unnötig beeinträchtigt.

Literatur

Franck, Norbert (2011): Die Technik wissenschaftlichen Arbeitens, 16. Aufl., Stuttgart.

Karmasin, Matthias/Ribing, Rainer (2017): Die Gestaltung wissenschaftlicher Arbeiten, 9. Aufl., Stuttgart.

Staaden, Steffi (2016): Rechtschreibung und Zeichensetzung endlich beherrschen, Regeln und Übungen, 2. Auflage, Stuttgart.

Theisen, Manuel-René (2013): Wissenschaftliches Arbeiten: Erfolgreich bei Bachelor- und Masterarbeit, 16. Aufl., München.

Wermke, Matthias (2012): Rechtschreibung für Dummies, 2. Auflage, Weinheim.

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