Ein Abkürzungsverzeichnis für die Bachelorarbeit erstellen

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Zum wissenschaftlichen Arbeiten gehören nicht nur gute Fachkenntnisse und Durchhaltevermögen. Eine wirklich gute Bachelorarbeit zeichnet sich außerdem durch die Einhaltung formaler Kriterien aus. Neben dem Literaturverzeichnis oder dem Abbildungsverzeichnis ist überdies auch das Abkürzungsverzeichnis in vielen Fällen Bestandteil einer wissenschaftlichen Arbeit. Wozu man ein Abkürzungsverzeichnis braucht, wie es aussehen muss und wie man es in Word erstellen kann, wird schließlich hier erläutert.

Was ist ein Abkürzungsverzeichnis?

Anders als das Literaturverzeichnis oder das Abbildungsverzeichnis ist ein Abkürzungsverzeichnis nicht dazu da, Quellen auszuweisen. Vielmehr dient es stattdessen als Verständnishilfe für den Leser. Wie der Name schon sagt, sind im Abkürzungsverzeichnis dementsprechend alle in der Arbeit verwendeten Abkürzungen mit den zugehörigen Bedeutungen aufgelistet. So kann der Leser bei unverständlichen Buchstabenkombinationen dann jederzeit nachschlagen, was gemeint ist.

Nicht jede Abkürzung muss indes in einem Verzeichnis aufgeführt werden. Alltäglich gebräuchliche Kürzel wie „z. B.“ oder „d. h.“ gehören dementsprechend nicht auf die Liste. Wer solche Abkürzungen erklärt, macht sich also lächerlich. Auch Kürzel, die zum wissenschaftlichen Standardrepertoire gehören, haben im Abkürzungsverzeichnis schließlich nichts zu suchen (Siehe dazu eine Auswahl gebräuchlicher Abkürzungen der Universität Hildesheim).

Ein Abschlussverzeichnis ist aber kein Freibrief, wild mit Kürzeln um sich zu werfen. Häufig verkomplizieren unverständliche Abkürzungen den Fließtext und lassen ihn unleserlich werden. Das geht dem Betreuer auf die Nerven und drückt die Note. Deshalb sollte man sich gut überlegen, welche Begriffe sinnvollerweise abgekürzt werden können. Manchmal lohnt es sich nichtsdestotrotz, auch lange und schwierige Wörter auszuschreiben.

Gut platzierte Abkürzungen wirken professionell und beweisen, dass der Wissenschaftler seine Fachterminologie beherrscht. Zu viele Kürzel machen hingegen einen schlechten Eindruck. In den wenigsten Fällen ist es angeraten, sich selbst Abkürzungen auszudenken. Stattdessen sollte man die bekannten fachspezifischen Abkürzungen verwenden. (Ein gutes Beispiel für fachspezifische Kürzel ist das Verzeichnis gebräuchlicher Abkürzungen der Universität Greifswald.

Gehört ein Abkürzungsverzeichnis in jede Bachelorarbeit?

Nein, ein Abkürzungsverzeichnis ist nicht unbedingt Teil jeder Bachelorarbeit. Wer nur selten oder nie Abkürzungen verwendet oder sich auf das Standardrepertoire wissenschaftlicher Abkürzungen beschränkt, kann problemlos auf ein Verzeichnis verzichten. Damit erspart man dem Leser das ständige Blättern und Nachschlagen. Auch ohne Abkürzungsverzeichnis ist eine Bachelorarbeit eine vollwertige wissenschaftliche Arbeit.

Ein Abkürzungsverzeichnis ist dann sinnvoll, wenn Kürzel verwendet werden, die „selbst thematisch erfahrenen Lesern nicht in jedem Fall sofort geläufig sind“ (Balzert et al., 2008, S. 193). Juristen beispielsweise profitieren von einem solchen Verzeichnis. Bei der Abkürzung von Gesetzestexten kann es schon einmal zu abstrusen Buchstabenkombinationen kommen – aus dem „Bundeserziehungsgeldgesetz“ wird z. B. das BErzGG.

Man sollte immer an den Leser denken. Auch beim wissenschaftlichen Arbeiten sollte ein Text gelesen werden können – möglichst nicht mit Verdruss, sondern mit Genuss. Mithilfe eines Abkürzungsverzeichnisses „wird der aufkommende Ärger vermieden, sich plötzlich mit solchen Kürzeln wie B2B oder B2C ohne Erklärung konfrontiert zu sehen (Lehmann, 2008, S. 94).

Jeder Wissenschaftler ist Fachmann auf seinem Gebiet. Das Abkürzungsverzeichnis ermöglicht sowohl anderen Fachleuten als auch gebildeten Laien ein leichteres Verständnis der Arbeit. Darüber hinaus wirkt die ganze Abschlussarbeit so gleich viel professioneller. Ein bisschen Prahlerei mit der Einhaltung von Formalia ist durchaus erlaubt. Nur übertreiben sollte man es nicht.

Wie sieht ein Abkürzungsverzeichnis für die Bachelorarbeit aus?

Das Abkürzungsverzeichnis befindet sich innerhalb einer wissenschaftlichen Arbeit häufig direkt hinter dem Inhaltsverzeichnis. So kann sich der Leser vor dem Beginn seiner Lektüre schon einmal einen Überblick über die verwendeten Kürzel verschaffen. Es gibt aber auch die Möglichkeit, das Verzeichnis in den Anhang einzuordnen. Wo es dort am besten platziert ist, ist Geschmackssache.

In der Regel besteht ein Abkürzungsverzeichnis aus zwei Spalten. Links sind in alphabetischer Reihenfolge alle verwendeten Abkürzungen aufgelistet (Vgl. Klein, 2017, Kap. 11). Rechts sind die Bedeutungen der Abkürzungen ausgeschrieben und ggf. erläutert. Das Äußere des Verzeichnisses sollte der Formatierung der Arbeit angepasst werden. Es bietet sich aber die Verwendung eines nüchternen Designs an.

Bei der ersten Verwendung der Abkürzung im Text, schreibt man zunächst das abzukürzende Wort aus und setzt die Abkürzung dann in Klammern dahinter. Damit gilt das Kürzel als erklärt. Man darf es von nun an ohne das ausgeschriebene Wort verwenden. Wer sein Abkürzungsverzeichnis automatisch mit Word erstellen lässt, profitiert ebenfalls von dieser Vorgehensweise.

Einmal muss das abgekürzte Wort ausgeschrieben werden
Abb. 1: Einmal muss das abgekürzte Wort ausgeschrieben werden

Achtung Stolperfalle! Ein Abkürzungsverzeichnis ist kein Siglenverzeichnis. Als Sigel bezeichnet man die Abkürzung eines Werktitels aus dem Literaturverzeichnis – so steht beispielsweise „SuZ“ für „Sein und Zeit“ von Martin Heidegger. Das Siglenverzeichnis ist Teil des Literaturverzeichnisses. Dorthin gehören keine Abkürzungen von Fachtermini. Wer beide Verzeichnisse miteinander verwechselt oder vermischt, beweist nicht gerade wissenschaftliches Know-How.

Abkürzungsverzeichnis automatisch erstellen mit Word

Word bietet die Möglichkeit, alle als solche markierten Abkürzungen automatisch zu einem Verzeichnis zu formatieren (alle Erläuterungen in diesem Text beziehen sich auf Word 2016). Dazu muss man zunächst einen Index aller Kürzel anlegen. Zu diesem Zweck markiert man die entsprechende Abkürzung im Text und klickt unter „Referenzen“ im Abschnitt Index auf „Eintrag festlegen“.

Jede Abkürzung muss in den Index aufgenommen werden
Abb. 2: Jede Abkürzung muss in den Index aufgenommen werden

Im Feld „Haupteintrag“ trägt man das Kürzel ein. Unter „Optionen“ muss „Querverweis“ angewählt werden. In das freie Feld hinter „Querverweis“ gehört die Bedeutung. Ist alles korrekt eingetragen, klickt man auf „Festlegen“. Falls die Absatzmarken sichtbar sind, ist nun hinter der entsprechenden Abkürzung ein Platzhalter zu sehen. Dieser erscheint aber nicht auf einem Ausdruck. So verfährt man dann mit allen Abkürzungen.

Ein Platzhalter für jede Abkürzung
Abb. 3: Ein Platzhalter für jede Abkürzung

Sind alle Abkürzungen in den Index aufgenommen und der Fließtext fertig, kann man das Verzeichnis in das Dokument einfügen. Dazu markiert man die Stelle, an der der Index erscheinen soll und klickt unter „Referenzen“ auf „Index einfügen“. Es öffnet sich ein Fenster, in dem man die Einstellungen für das Verzeichnis festgelegen kann. Oben rechts, bei „Seitenansicht“ gibt es eine Vorschau.

In einem extra Fenster kann man das Layout des Abkürzungsverzeichnisses festlegenAbb. 4: In einem extra Fenster kann man das Layout des Abkürzungsverzeichnisses festlegen

Nach einem Klick auf „Okay“ sollte das Abbildungsverzeichnis fertig sein. Aber Achtung: Auch die Verzeichnisse sollte man am Ende in ein Lektorat der Bachelorarbeit miteinbeziehen. Gerade hier schleichen sich gerne einmal Tippfehler ein.

Fertig ist das Abbildungsverzeichnis
Abb. 5: Fertig ist das Abbildungsverzeichnis

Wer die gebräuchlichen Abkürzungen für Fachtermini kennt und gut mit Word umgehen kann, hat deshalb die besten Voraussetzungen für eine gute Note in der Abschlussarbeit. Ein Abkürzungsverzeichnis wirkt nicht nur professionell, sondern zeigt auch, dass der Wissenschaftler sich mit seiner Fachterminologie gut auskennt. Mit etwas Glück belohnt dies der Prof dann mit einer sehr guten Note.

Literatur

Balzert, Helmut, Kern, Uwe, Schäfer, Christian, Schröder Marion (2008): Wissenschaftliches Arbeiten. Wissenschaft, Quellen, Artefakte, Organisation, Präsentation, 1. Aufl., Witten.

Klein, Andrea (2017): Wissenschaftliche Arbeiten schreiben. Mit über 100 Software-Tipps, 1. Aufl., Frechen bei Köln.

Lehmann, Günter (2008): Wissenschaftliche Arbeiten zielwirksam verfassen und präsentieren, 2. Aufl., Renningen.

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