Die besten Typografie-Tipps für die Formatierung der Bachelorarbeit

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Nicht nur der Inhalt einer wissenschaftlichen Arbeit ist wichtig, sondern auch der optische Eindruck. Betreuer lesen oft mehrere Bachelorarbeiten in der Woche. Deshalb ist es für Studierende nicht einfach, mit ihrer Arbeit herauszustechen. Wer aber einige Typografie-Tipps befolgt, kann durch die Gestaltung seiner Bachelorarbeit positiv auffallen.

Darum ist die Typografie in der Bachelorarbeit wichtig

Eine Bachelorarbeit ist für viele Studierende die erste wissenschaftliche Arbeit (Esselborn-Krumbiegel, 2014). Dabei kommt es nicht nur auf das fachliche Wissen an. Entscheidend ist auch, dass die Arbeit gut lesbar ist. Dazu trägt nicht nur der Schreibstil bei, sondern auch der optische Eindruck.

Eine Arbeit, in der ständig Schriftarten, Abstände und Seitenränder wechseln, ist anstrengend zu lesen. Deshalb ist es für Studierende wichtig, bei der Typografie auf eine einheitliche und klare Gestaltung zu achten. Oft machen Universitäten klare Vorgaben oder bieten sogar fertige Formatvorlagen an. (Siehe die Vorlage der Ludwig-Maximilian-Universität München).

Gleiche Elemente gleich behandeln

Wofür man sich im Detail bei der Gestaltung auch immer entscheidet: Wichtig ist es, gleiche Elemente gleich zu behandeln (Theisen, 2013). Das schafft Struktur und Übersichtlichkeit.
Alle Überschriften und Unterüberschriften sollen also beispielsweise in der gleichen Schriftart und Schriftgröße sein. Auch der Zeilenabstand sollte immer derselbe sein.
Das gilt auch für alle anderen Elemente: Werden längere Zitate an einer Stelle eingerückt, dann sollten sie an allen Stellen eingerückt sind, ebenso sollte man Grafiken und Tabellen erstellen, die in den Text eingepasst sind. Auch die Fußnoten sollten immer in der gleichen Formatierung stehen. Das gilt auch für die Seitenränder, die immer gleichgroß sein sollten.

Seitenzahlen stehen in Bachelorarbeiten übrigens immer am Seitenende – entweder mittig oder am Rand. Das Inhaltsverzeichnis selbst enthält keine Seitenzahl. Stattdessen beginnt die Einleitung immer mit der Seite 1.

Blocksatz ist am besten geeignet

Bei der Gestaltung gibt es grundsätzlich die Option, die Arbeit im Blocksatz oder im sogenannten Flattersatz zu schreiben. Im Blocksatz enden die Zeilen am rechten Seitenrand immer an der gleichen Stelle. Im Flattersatz hingegen ist der Text linksbündig gesetzt. Die Abstände zum rechten Seitenrand sind nicht einheitlich.

Bei der Typografie in der Bachelorarbeit ist Blocksatz immer die beste Option: Er macht den Text übersichtlich und besser lesbar. Im Flattersatz sind die Absätze nicht immer gut zu erkennen. Das liegt daran, dass die Zeilen an unterschiedlichen Stellen enden. Im Blocksatz hingegen hat der Text eine klare Struktur, die schon auf den ersten Blick zu erkennen ist.

Die Wahl der Schriftart

Zu geeigneten Schriftarten in wissenschaftlichen Arbeiten gibt es unterschiedliche Empfehlungen. Oft geben Hochschulen vor, welche Schriftart Studierende wählen sollen. (Siehe folgende Ausführungen der Rheinischen-Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn).

Ganz gleich, für welche Schriftart Studierende sich entscheiden: Finger weg von exotischen Schriften. Diese Empfehlung gilt insbesondere für mathematische oder technische Arbeiten. Bei seltenen Schriftarten kann es sonst passieren, dass nicht alle Sonderzeichen verfügbar sind (Vgl. die Hinweise der Philipps-Universität Marburg).

Grundsätzliches zum Thema Serifen

Grundsätzlich gibt es Schriften mit und ohne Serifen. Bei Schriften mit Serifen enden die Buchstaben mit einer feinen Linie. Ein bekanntes Beispiel für eine Schrift mit Serifen ist zum Beispiel die Schriftart „Times New Roman“. Eine verbreitete Schriftart ohne Serifen ist Arial.

Für welche Schriftart man sich entscheidet, ist letztlich Geschmackssache. Schriften mit Serifen gelten als besser lesbar, oft aber auch als etwas unmodern. Schriften ohne Serifen eignen sich vor allem für Arbeiten, die am Bildschirm gelesen werden.

Elemente dezent einsetzen

Manche Studierenden hoffen, dass ihre Arbeit vor allem dann auffällt, wenn sie besonders raffiniert gestaltet ist. Möglichst viele verschiedene Elemente machen eine Bachelorarbeit aber noch nicht gut – im Gegenteil.

Zum wissenschaftlichen Stil gehört es, dass die Arbeit auch optisch dezent gehalten ist (Franck, 2011). Wenn man etwas hervorheben möchte, schreibt man das allenfalls kursiv. Unterstreichungen oder fettgedruckte Worte sollten im Fließtext einer Bachelorarbeit hingegen nicht vorkommen (Siehe dazu die Richtlinien der Deutschen Vereinigung für Sportwissenschaft).

Finger weg von Tricksereien

Wenn für Bachelorarbeiten eine bestimmte Seitenzahl vorgegeben ist, dann versuchen manche Studierende zu tricksen: Sie vergrößern zum Beispiel den Zeilenabstand oder die Seitenränder, damit es so wirkt, als enthalte die Arbeit mehr Text.

Besonders gewiefte Studierende vergrößern sogar den Abstand der Buchstaben zueinander, um den gewünschten Vorgaben zu entsprechen. Solche Tricksereien sollte man aber besser unterlassen. Ohnehin werden Arbeiten nicht dadurch besser, dass sie besonders lang sind (Vgl. dazu den Ratgeber der Universität Kassel).

Die Betreuer haben viel Routine, da sie sehr viele Bachelorarbeiten lesen. Deshalb entwickeln sie ein gutes Auge für solche Versuche. Vor allem Spielereien mit der Schriftgröße oder an den Seitenrändern fallen besonders schnell auf.

Abbildungen und Tabellen einfügen

Wenn es sich anbietet, sollte man eine Bachelorarbeit durch Grafiken, Abbildungen oder Tabellen auflockern (Bänsch, Alewell, 2013). Das bietet sich vor allem für Bachelorarbeiten an, die man in einem technischen oder in einem naturwissenschaftlichen Fach schreibt.

Dabei sollte man darauf achten, dass die eingefügten Elemente gut lesbar sind und nicht über den Seitenrand hinausragen. Sie sollten zudem der Leserichtung entsprechen: Eine Tabelle, bei der Betreuer die Seite erst drehen muss, um sie zu lesen, ist nicht sinnvoll.

Abbildungen in Schwarz-Weiß haben häufig harte Kontraste, während die Feinheiten schwer zu erkennen sind. Es bietet sich an, für die Darstellung Graustufen zu wählen. Auch eine farbliche Gestaltung ist möglich.

Das Deckblatt gestalten

Das größte Gestaltungsspiel bei der Typografie in der Bachelorarbeit haben Studierende in der Regel beim Deckblatt. Auf diesem sollten auf jeden Fall der Titel der Arbeiter, der Name des Betreuers und der Hochschule sowie der eigene Name und die Anschrift vermerkt sein (Karmasin, Ribing, 2017).

Weitere Gestaltungselemente sind an dieser Stelle möglich, zum Beispiel grafische Hervorhebungen oder besondere Darstellungen. Auch wenn dies Studierenden die Möglichkeit gibt, mit ihrer Arbeit herauszustechen, sollte man auch hier die Gestaltungselemente dezent einsetzen. Und natürlich gehört zur Gestaltung im weitesten Sinne auch die Makellosigkeit der Sprache. Ein Lektorat der Bachelorarbeit ist also in jeden Fall eine gute Idee, wer sehr unsicher ist, kann auch von einem Umschreiben profitieren.

Es lohnt sich für Studierende, sich nicht nur mit dem Inhalt, sondern auch mit der Typografie ihrer Bachelorarbeit zu beschäftigen. Eine einheitliche und dezente Gestaltung verbessert den optischen Eindruck. Wichtig ist, sich an die jeweiligen Vorgaben der Universität oder des Betreuers zu halten.

Literatur

Bänsch, Axel/Alewell, Dorothea (2013): Wissenschaftliches Arbeiten, 11. Aufl., München.

Esselborn-Krumbiegel, Helga (2014): Von der Idee zum Text: Eine Anleitung zum wissenschaftlichen Schreiben, 4. Aufl., Paderborn.

Franck, Norbert (2011): Die Technik wissenschaftlichen Arbeitens, 16. Aufl., Stuttgart.

Karmasin, Matthias/Ribing, Rainer (2017): Die Gestaltung wissenschaftlicher Arbeiten, 9. Aufl., Stuttgart.

Theisen, Manuel-René (2013): Wissenschaftliches Arbeiten: Erfolgreich bei Bachelor- und Masterarbeit, 16. Aufl., München.

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