Tipps für wissenschaftliches Arbeiten in der Bachelorarbeit

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Sonntage in der Bibliothek, ein Kopf voller Thesen und ein stetig anwachsendes Word-Dokument. Die Bachelorarbeit zu schreiben ist für viele Studenten der Einstieg in die weite Welt wissenschaftlichen Arbeitens. Dabei gleichen die ersten Versuche nicht selten einem unbeholfenen Stolpern von Behauptung zu Halbwissen. Wer nicht will, das Unsicherheiten und der Mangel an Erfahrung einen Strich durch die potentielle Bestnote machen, sollte die Grundregeln für wissenschaftliches Arbeiten in der Bachelorarbeit kennen. Die folgende Übersicht verrät, worauf es ankommt.

Eine geeignete Forschungsfrage finden

Es klingt simpel, doch ist absolut elementar: Wer eine solide Bachelorarbeit schreiben will, muss wissen, worum es darin gehen soll. Und zwar nicht halbwegs oder irgendwie, sondern peinlich genau. Deshalb gilt der erste Arbeitsschritt dem Finden und Formulieren einer geeigneten Forschungsfrage. Geeignet ist eine Fragestellung dann, wenn Sie vier Kriterien erfüllt.

Das erste Kriterium ist das eigene Interesse. Wer wirklich Lust hat, an einem Thema zu forschen, ist definitiv der bessere Wissenschaftler. Und ihm fällt die Arbeit leichter. Bei der Suche nach den eigenen Interessen hilft ein Brainstorming. Welche Veranstaltungen vergangener Semester habe ich noch immer in bester Erinnerung? Zu welchen Themen habe ich bereits Hausarbeiten oder Referate abgeliefert? Welche Fragen wurden in bestimmten Veranstaltungen verstärkt diskutiert (siehe dazu auch den Blog der Universität Paderborn)?

Das zweite Kriterium ist die Relevanz der Forschungsfrage. Eine wissenschaftliche Arbeit wird immer im Kontext anderer wissenschaftlicher Arbeiten betrachtet. Relevant ist eine Frage daher nur, wenn ihre Beantwortung einen fachlichen Gewinn darstellt.

Darüber hinaus gilt es, das dritte Kriterium – die Umsetzbarkeit eines Forschungsvorhabens – realistisch einzuschätzen. Die eigenen Kompetenzen, materielle Mittel und die verfügbare Zeit sollten der Forschungsfrage entsprechen (siehe hierzu auch Kapitel 4.5 des Readers der Universität Rostock).

Das vierte Kriterium ist die präzise Formulierung der Forschungsfrage (vgl. Chabaani 2014: 21). Satzbau und Wortwahl sollten dabei so lange variiert werden, bis schließlich ein absolut unmissverständliches Resultat zu Papier gebracht ist.

Der Gliederung einen Roten Faden verleihen

Nicht nur die Forschungsfrage muss geeignet sein, sondern auch der Weg, auf dem sie sich durch den Text zieht – gemeinhin wird dies als roter Faden bezeichnet. Diesen Weg bestimmt die Gliederung. Sie wird im zweiten Schritt für wissenschaftliches Arbeiten in der Bachelorarbeit entwickelt. Findet sich die Gliederung auch in der Formatierung wieder, hebt sie die Gliederung noch hervor. Hat man auch an Grafiken und Tabellen gedacht, unterstützen diese das Geschriebene zusätzlich.

Dabei werden die für die Beantwortung der Forschungsfrage notwendigen Inhalte in eine Ordnung von Hauptkapiteln, Unterkapiteln und Unterpunkten gebracht. Zu diesen Inhalten gehört zum einen, welche theoretischen Grundlagen und welche Methodik für das Forschungsvorhaben herangezogen werden (vgl. Chabaani 2014: 57). Zum anderen muss die Präsentation der Forschung selbst und ihrer Ergebnisse hier Eingang finden. Ihr kommt dabei der mit Abstand größte Raum zu.

Wesentlich für eine funktionale Gliederung ist ihre logische Struktur. Jedes Kapitel und damit jede neue Information sollte auf die vorangegangene aufbauen (vgl. Pospiech 2012: 89). Während die Hauptkapitel die elementarsten Schritte zur Beantwortung der Forschungsfrage darstellen, können Unterkapitel und Unterpunkte einzelne Aspekte vertiefen. Ein inhaltlicher Zusammenhang zwischen jedem Kapitel muss dabei immer wieder herstellbar und formulierbar sein. Ziel der Gliederung ist es, jene schlüssige Argumentationslinie abzubilden, mittels der die Forschungsfrage schließlich zu ihrer Antwort findet. Jegliche Inhalte, die dazu keinen Beitrag leisten, sind verzichtbar und gehören damit nicht in die Gliederung.

Quellen richtig filtern und zitieren für wissenschaftliches Arbeiten in der Bachelorarbeit

Wissenschaftliches Arbeiten in der Bachelorarbeit generiert neue Erkenntnisse, aber macht sich auch bereits vorhandene zunutze. Wie eine Erkenntnis zustande gekommen ist oder woher man sie entnommen hat, muss in einer Bachelorarbeit unbedingt Erwähnung finden (vgl. Esselborn-Krumbiegel 2014: 74). Der Weg zur Beantwortung der Forschungsfrage muss also nachvollziehbar und transparent sein. Sind eigene Forschungen die Grundlage der Antwort, muss das Vorgehen im Rahmen dieser begründet werden und reproduzierbar sein. Sind es Forschungen anderer – zum Beispiel in Form von Sekundärliteratur –, die herangezogen werden, gilt es, diese korrekt zu zitieren. Wer es versäumt, eine Quelle als solche kenntlich zu machen, begeht „Diebstahl geistigen Eigentums“ und verstößt damit nicht nur gegen die Prüfungsordnung, sondern auch gegen das Gesetz (vgl. hierzu die Definition von Plagiat im Duden). Mit Hilfe von Plagiatsprüfungen können solche Plagiate heutzutage leicht gefunden werden, sodass man diese unbedingt vermeiden sollte.

Der Einsatz von Quellen erfordert jedoch nicht nur diese gewissenhaft und richtig zu zitieren. Auch die sorgfältige Auswahl der Quellen ist wichtig. Ein häufig gemachter Fehler in Abschlussarbeiten ist es, nicht nur die für die Beantwortung der Forschungsfrage relevanten Quellen in den Text zu flechten. Sondern schlicht und ergreifend alles, was der Schreiber vorbereitend gelesen hat. Dabei kommt es bei der Nutzung von Quellen nicht auf deren Quantität, sondern auf ihre Qualität an – so wird Literaturverwaltung natürlich fast unmöglich und das Literaturverzeichnis gesprengt! Es ist absolut wichtig, den bisherigen Wissensstand zum eigenen Thema durch das Studieren und Recherchieren von Sekundärliteratur in Erfahrung zu bringen. Eingang in die Bachelorarbeit aber sollten nur jene Inhalte finden, die ihr das eigene Forschungsziel tatsächlich näherbringen.

Argumentation sachlich und objektiv aufbauen

Neben zum Beispiel Verständlichkeit und Validität sind zwei weitere wesentliche Gütekriterien für wissenschaftliches Arbeiten in der Bachelorarbeit Sachlichkeit und Objektivität (siehe hierzu auch Kapitel 4.5 des Readers der Universität Rostock). Nicht willkürliche Annahmen und polemische Ausführungen, sondern stichhaltige Argumente müssen zur Beantwortung der Forschungsfrage verhelfen. Eine neutrale Sprache und ein stets fachlicher Fokus sichern dabei die Sachlichkeit von Aussagen. Ihre Objektivität entsteht durch logische Herleitungen, die unabhängig von ihrem Urheber sind.

Wer eine Bachelorarbeit von überzeugender wissenschaftlicher Qualität abliefert, hat es demnach nicht nötig, mit seinem Text zu überreden oder gar zu manipulieren. Das bedeutet allerdings nicht, dass nicht ab und an eine persönliche Stellungnahme des Autors erlaubt ist. Wie auch beim Zitieren von Quellen ist es lediglich erforderlich, diese als solche erkenntlich zu machen (vgl. Pospiech 2012: 77). Übrigens bedeutet die Unverzichtbarkeit von Sachlichkeit und Objektivität auch nicht, dass der Schreibstil einer Bachelorarbeit staubtrocken sein muss. Wem es gelingt, rhetorische Eleganz und die ein oder andere dramaturgisch sinnvolle Kurve in seinen Text zu zaubern, der kann sogar mit Pluspunkten rechnen. Hilfe dabei gibt es in einem Lektorat für eine Bachelorarbeit – von Freunden und Familie oder vom Profi.

Um vom einfachen Studenten zum echten Akademiker zu werden, braucht es sicheres Know-how in Sachen wissenschaftliches Arbeiten in der Bachelorarbeit. Dabei handelt es sich um eine Technik, die fest umrissenen Regeln folgt. Eine klare und fachlich relevante Forschungsfrage, die auf logisch nachvollziehbarem Weg zur Antwort findet – das ist das Ziel dieses Regelwerks. Um es zu erreichen, braucht man Zeit und Lust. Wer beides mitbringt, ist bereits auf dem besten Weg selbst ein Wissenschaftler zu werden.

Literatur

Chabaani, Mohamed (2014): Die Forschungsfrage in wissenschaftlichen Arbeiten, 1. Aufl., München.

Esselborn-Krumbiegel, Helga (2014): Von der Idee zum Text: Eine Anleitung zum wissenschaftlichen Schreiben, 4. Aufl., Paderborn.

Pospiech, Ulrike (2012): Wie schreibt man wissenschaftliche Arbeiten?, 2. Aufl., Mannheim.

Weiterführende Literatur:

Bänsch, Axel/Alewell, Dorothea (2013): Wissenschaftliches Arbeiten, 11. Aufl., München.

Kruse, Otto (2014): Lesen und Schreiben, 2. Aufl., Stuttgart.

Krämer, Walter (2009): Wie schreibe ich eine Seminar- oder Examensarbeit?, 3. Aufl., Frankfurt.

Theisen, Manuel-René (2013): Wissenschaftliches Arbeiten: Erfolgreich bei Bachelor- und Masterarbeit., 16. Aufl., München.

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