Eine Präsentation mit Folien halten

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Ob es um die Verteidigung der Arbeit oder ein Referat im Seminar geht, die Präsentation mit Folien ist immer mit dabei. Das Programm PowerPoint hilft zudem dabei, die Inhalte eines Vortrages zu visualisieren und die Zuschauer bei der Stange zu halten. Eine gute Präsentation zeichnet sich durch Schlichtheit und Beschränkung auf das Wesentliche aus. Sie soll den Redner unterstützen und nicht ablenken. Tipps für die perfekte Präsentation mit Folien gibt es hier.

Was ist eine Präsentation mit Folien?

Die Präsentation mit Folien, „das wichtigste visuelle Hilfsmittel weltweit“ (Mück, 2016, Kap. 8), soll den Vortrag unterstützen. Sie darf nicht im Mittelpunkt stehen. Drei Funktionen erfüllt eine Präsentation mit Folien: beweisen, verdeutlichen, emotionalisieren (Siehe dazu die Hinweise zum Umgang mit PowerPoint der Universität Bielefeld). Die Präsentation ermöglicht es den Zuhörern, die wichtigsten Informationen mitzuschreiben oder mitzulesen, ohne den roten Faden zu verlieren.

Vortrag der Präsentation

Bevor man eine Präsentation erstellt, sollte man den Vortrag bereits vollständig vorbereitet haben. Dabei kommt es auf eine gute Gliederung und Strukturierung an. Denn diese bestimmt auch die Gestaltung der Präsentation. Wer ein Konzept für seine Folien vorbereitet, bevor er den Laptop aufklappt, wird auch später während des Vortrages den Eindruck von Professionalität erwecken.

Die wenigsten Redner halten ihre Vorträge völlig frei. Auf gute Notizen kommt es an. Es lohnt sich sicherzustellen, dass jeder Folienwechseln dort gut sichtbar markiert ist. Beim Üben des Vortrags sollte man auch die Folien mitlaufen lassen, um das Wechseln der Folien ebenfalls einzuüben. Nichts ist peinlicher als ein Folienwechsel im falschen Moment.

Es nützt nichts, das Publikum mit Zusatzmaterial zu erschlagen. Wer zusätzlich zu seiner Präsentation mit Folien noch ein Handout mitliefert, erspart seinen Zuhörern das Mitschreiben. Das Handout sorgt aber auch für Unruhe, weil es dazu verleitet, ständig den Inhalt der Folien damit abzugleichen. Deshalb sollte man gut abwägen, was dem Zuhörer zugemutet werden kann.

Gestaltung der Präsentation mit Folien

Der folgende Aufbau eignet sich unabhängig vom Vortragsthema für jede Präsentation mit Folien: Zuerst kommt die Titelfolie, auf der das Logo der Firma oder Universität und das Datum nicht fehlen dürfen. Es folgt eine Folie mit der Gliederung, an die sich die Vortragsfolien anschließen. Schließlich endet die Präsentation mit einem Fazit. (Siehe dazu den Leitfaden der Freien Universität Berlin)

 

Jede PowerPoint-Präsentation braucht eine gute Gliederung

Abb. 1: Jede Präsentation mit Folien braucht eine gute Gliederung

Die Präsentation sollte schlicht und übersichtlich gestaltet sein. Es lohnt sich, auf die Verwendung von Vorlagen zu verzichten und stattdessen ein eigenes Design zu entwerfen. Im Publikum könnten PowerPoint-Profis sitzen, die eine Vorlage sofort erkennen. Beim Design kommt es vor allem darauf an, nicht mehr als drei Farben und keine allzu dominanten Formen zu verwenden.

 

Im Folienmaster kann man das Design der Präsentation ändern

Abb. 2: Im Folienmaster kann man das Design der Präsentation ändern

„Eine Präsentation ist kein Buch.“ (Weiss, 2010, S. 47) Auf eine Folie gehören maximal fünf bis sechs Zeilen Text. Damit der Text auch in der letzten Reihe noch lesbar ist, sollte er in Schriftgröße 30 bis 40 Punkt formatiert sein und sich gut vom Hintergrund abheben. Schwarzer Text auf hellem Grund geht immer.

Falls es sich einrichten lässt, ist es außerdem sinnvoll, sich auf Schlagwörter und Stichpunkte zu beschränken (Vgl. Wöss, 2012, S. 170). Nur Zitate oder wichtige wörtlich zu übernehmende Thesen sollte man ausschreiben. Übrigens: Sound- und Übergangseffekte haben in einer seriösen Präsentation nichts zu suchen. Sie lenken vom eigentlichen Inhalt ab und wirken übertrieben ambitioniert.

Abbildungen, Übersichten & Diagramme

Eine Präsentation mit Folien dient dazu, dem Zuhörer Material zur Visualisierung zu liefern und das heißt: vor allem Abbildungen, Übersichten und Diagramme. Textfolien sind im Prinzip nur schmückendes Beiwerk und können höchstens dabei helfen, den Überblick nicht zu verlieren. Nun kommt es darauf an, das Bildmaterial gut einzubinden und optisch ansprechend zu gestalten.

Man kann eine Präsentation mit Bildern von der Festplatte oder aus dem Internet, Diagrammen und sogenannten SmartArt-Grafiken aufpeppen. Diese Optionen findet man unter „Einfügen“. Bei der Erstellung eines Diagramms muss man eine Excel-Tabelle anlegen, in der die Daten gespeichert werden. Achtung! Die Excel-Datei sollte immer am selben Ort abgespeichert sein, damit PowerPoint darauf zugreifen kann.

Wie bei Textfolien gilt auch für die Erstellung von Grafiken und Tabellen oder Diagrammen, dass man bei der Gestaltung eine große Schriftgröße verwenden sollte. Bilder sind auf dunklem Hintergrund besser erkennbar. Allerdings ist es nicht zu empfehlen, in ein ansonsten helles Design, einzelne Folien mit dunklem Hintergrund zu integrieren. Wichtig ist nur, dass das Bild sich gut vom Hintergrund abhebt.

 

Auch bei Diagrammen muss die Beschriftung groß und gut lesbar sein

Abb. 3: Auch bei Diagrammen muss die Beschriftung groß und gut lesbar sein

Übrigens: ClipArts haben in einer professionellen Präsentation nichts zu suchen. Solche Bildchen wirken laienhaft und lenken vom eigentlichen Inhalt ab. Bilder sind nur zur Visualisierung des vorgetragenen Inhalts da. Wer über Rembrandts „Nachtwache“ spricht, sollte das Gemälde natürlich prominent in seine Präsentation einbinden. Bilder dienen aber nicht als Platzhalter oder Dekoration.

 

ClipArt? Das Jahr 1998 hat angerufen und verlangt seine Grafik zurück.

Abb. 4: ClipArt? Das Jahr 1998 hat angerufen und verlangt seine Grafik zurück.

Fehler beim Arbeiten mit PowerPoint

Vortragende, die PowerPoint verwenden, machen immer wieder dieselben Fehler. Besonders häufig kommt es vor, dass die perfekt konzipierte Präsentation auf dem Rechner des Veranstaltungsortes nicht läuft. Deshalb sollte man die Präsentation immer in mehreren Formaten, u. a. unbedingt als PDF, auf einem Stick bei sich haben. Am besten ist es, den eigenen Laptop mitzubringen.

Eine zweite beliebte Fehlerquelle ist das ausgefallene Design oder eine schlechte Formatierung. Wer sich besonders lange im Folienmaster austobt und ausgefallene Präsentationen entwirft, ist meist auf dem Holzweg. Grelle Farben und zu viele Schriftarten sorgen für optische Ermüdungserscheinungen beim Zuhörer. Die Farben sollten einander zwar kontrastieren, aber sich nicht beißen. Bilder im Hintergrund sorgen für schlechte Lesbarkeit von Texten.

 

Bilder im Hintergrund sind nie eine gute Idee

Abb. 5: Bilder im Hintergrund sind nie eine gute Idee

Apropos Bilder: Eine Präsentation mit Folien ist, wenn sie nicht gerade zu Hause im Wohnzimmer stattfindet, eine öffentliche Vorführung. Deshalb muss man das Urheberrecht des verwendeten Bild- und Grafikmaterials beachten. Zudem sollte man Bildquellen immer angeben oder eigenes Material verwenden.

Auch in einer perfekt konzipierten Präsentation können sich Fehler in der Rechtschreibung oder Tippfehler verstecken. Plötzlich ist der Name des Betreuers falschgeschrieben oder der Titel wird durch einen Buchstabendreher entstellt. Deshalb sollte man unbedingt Freunde und Bekannte bitten, die Präsentation vor dem eigentlichen Vortragstermin noch einmal auf Fehler zu überprüfen oder die Folien beim Lektorat für die Bachelorarbeit gleich mit einreichen. Hier können Profis zudem auch gleich die Erstellung einer PowerPoint-Präsentation übernehmen. So erspart man sich Peinlichkeiten und böse Überraschungen.

Mit dem richtigen Know-How kann eine Präsentation mit Folien jedes Referat aufwerten. Sie bietet eine Orientierungshilfe für den Vortragenden und führt die Zuhörer durch den Vortrag  Bilder, Thesen und Schlagwörter heben die wichtigsten Inhalte prägnant hervor. Wer schon früh im Studium lernt, mit PowerPoint umzugehen, wird auch später bei der Verteidigung seiner Doktorarbeit eine gute Figur machen.

Literatur

Mück, Florian (2016): Der einfache Weg zum begeisternden Vortrag, 2. Aufl. München.

Weiss, Rainer (2010): Präsentieren mit PowerPoint, 2. Aufl. Planegg/München.

Wöss, Fleur (2012): Der souveräne Vortrag. Informieren, Überzeugen, Begeistern, 2. Aufl. Wien.

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