Ein Referat halten im Bachelorstudium

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Für ein erfolgreiches Studium muss man nicht nur wissenschaftlich schreiben, sondern auch komplexe Inhalte mündlich vor anderen präsentieren können. In vielen Seminaren zählen Referate zum normalen Ablauf und bilden oftmals die Grundlage für das Thema der nachfolgenden Hausarbeit. Wie man dabei vor dem Dozenten oder Betreuer und auch den anderen Seminarteilnehmern souverän auftritt, erklärt dieser Text.

Wie bereitet man ein Referat vor?

Meist werden bereits zu Beginn der Lehrveranstaltung die Themen für Referate vergeben. Bis zum eigentlichen Vortragstermin hat man dann Zeit, sich umfassend einzulesen und vorzubereiten. Diese Zeit sollte man nutzen und nicht auf den letzten Drücker noch passende Literatur über Fernleihe bestellen oder eine Präsentation zusammenbasteln (vgl. Echterhoff/Neumann 2009: 83).

Die Universität Bielefeld hat hierfür eine hilfreiche Checkliste für Referate veröffentlicht, die alle Schritte der Vorbereitung umfasst.

Checkliste der Universität Bielefeld

Abb. 1: Checkliste der Universität Bielefeld

Im Vorfeld ist es unerlässlich, die wichtigsten Eckdaten in einem Gespräch mit dem Kursleiter durchzusprechen. Dazu zählt neben den Inhalten und der Gliederung auch, welche formalen Anforderungen er stellt (vgl. Rost 2018: 133): Welchen zeitlichen Rahmen gibt es für das Referat? Muss man ein Handout, ein Thesenpapier oder eine Power-PointPräsentation erstellen? Mit welcher Technik ist der Seminarraum ausgestattet?

Wie baut man ein Referat am besten auf?

Hat man sich die notwendige Literatur beschafft und sich ins Thema eingelesen, beginnt man damit, die zentralen Punkte herauszuarbeiten und zu strukturieren. Damit man im Referat einen guten Überblick zum Thema präsentieren kann, ist ein logischer Aufbau mit rotem Faden wichtig. Um komplexe Inhalte verständlich zu vermitteln und Zusammenhänge aufzuzeigen, sollte man außerdem jeweils Beispiele nennen oder mit Vergleichen arbeiten (vgl. Franck 2017: 185 sowie Rost 2018: 133).

Gleich zu Beginn des Referats gilt es zu überlegen, wie man mit einer interessanten Einleitung die Zuhörer für sich gewinnt. Hier kann man zum Beispiel ein aussagekräftiges Zitat als Einstieg verwenden oder eine rhetorische Frage an das Publikum stellen. Außerdem müssen bereits in der Einleitung alle unbekannten Fachbegriffe kurz erklärt werden (wie in einem Glossar), sodass auch der übrige Teil des Referats verständlich ist (vgl. Echterhoff/Neumann 2009: 89).

Am Schluss, im Fazit, sollte man den Vortrag mit einer kurzen Zusammenfassung oder einem Ausblick enden lassen (vgl. Bensberg 2014: 48). An dieser Stelle räumt man als Referent außerdem die Möglichkeit dem Dozenten oder die anderen Seminarteilnehmer eine Möglichkeit ein, Fragen zu stellen. Auch für diese Situation ist eine Vorbereitung notwendig. So kann man sich bereits im Vornhinein mögliche Antworten überlegen (vgl. ebd. 52).

So sieht ein passendes Handout zum Referat aus

Die meisten Dozenten erwarten, dass man zusätzlich zum Referat ein Handout erstellt. Auf dieser Handreichung sind stichpunktartig alle zentralen Aussagen des Vortrags zusammengefasst. Dieses dient dazu, dass die Zuhörer einerseits dem Referat besser folgen können, andererseits haben sie so eine schriftliche Erinnerungsstütze – zum Beispiel, wenn die Inhalte am Ende des Semesters in einer Prüfung abgefragt werden (vgl. Bensberg 2014: 50 sowie Rost 2018: 134).

Für die Formatierung haben viele Hochschulen und Universitäten genaue Vorgaben, an denen man sich orientieren sollte (vgl. Bensberg 2014: 50). Von der Universität Duisburg-Essen gibt es dazu online ein Muster.

Muster der Universität Duisburg-Essen

Abb. 2: Muster der Universität Duisburg-Essen

Wie ein Handout auszusehen hat, sollte man daher vorher klären – entweder durch eine kurze Internetrecherche oder durch direktes Nachfragen beim Lehrstuhl oder Dozenten. Wichtig ist bei der Gestaltung immer, dass es übersichtlich aufgemacht und gut lesbar ist.

Zentraler Bestandteil eines Handouts ist der Kopf, in dem der Titel der Lehrveranstaltung, der Name des Seminarleiters und des Referenten sowie das Datum zu finden sind. Insgesamt sollte das Handout maximal zwei Seiten umfassen (vgl. Bensberg 2014: 50). Inhaltlich gleicht der Aufbau dem des Referats und bündelt in Stichpunkten die wichtigsten Fakten und Aussagen. Unverzichtbar ist außerdem ein Quellen- und Literaturverzeichnis am Schluss (vgl. Rost 2018: 134) sowie ein Gegenlesen, dass man hier genauso braucht wie ein Lektorat der Bachelorarbeit bei einer schriftlichen Arbeit.

Zum Vortragstermin druckt man die Handouts in ausreichender Menge aus und bringt sie mit, sodass alle Seminarteilnehmer eines zur Hand haben. Die Kopien sollte man außerdem kurz vor dem Referat austeilen und nicht erst, wenn man bereits begonnen hat. So vermeidet man unnötiges Geraschel und Ablenkung (vgl. Franck 2017: 188).

Worauf muss man beim Sprechen vor anderen achten?

Wer einen Vortrag vorbereitet, sollte sich zuvor immer in die Lage der Zuhörer versetzen und sich die Fragen stellen: Wann folge ich aufmerksam? Wann fällt es mir schwer? Denn damit man gerne zuhört, ist nicht nur entscheidend, was im Referat erzählt wird, sondern vor allem wie. Sein Publikum sollte man daher beim Sprechen immer im Hinterkopf behalten (vgl. Bensberg 2014: 46).

Damit man sich die Aufmerksamkeit und Konzentration der anderen sichert, gilt es zum einen laut und deutlich zu sprechen. Zum anderen ist der Satzbau wichtig, dieser sollte kurz und verständlich sein. Bei längeren Schachtelsätzen ist das Risiko hoch, dass man sich verhaspelt und die Zuhörer können nur schwer folgen (vgl. Bensberg 2014: 47).

Außerdem sollte man beim Referat immer freisprechen. Wer strikt seine Formulierungen auswendig lernt oder gar abliest, wirkt unsicher. Für die anderen ist es dann auch schwieriger, sich auf die Inhalte zu konzentrieren (vgl. Echterhoff/Neumann 2009: 91). Allerdings sollte man nicht alles dem Zufall überlassen, sondern seinen Vortrag im Vorfeld mehrmals einüben.

Empfohlen wird dafür, das Referat mindestens drei- bis viermal laut vorzusprechen, am besten vor einem Probepublikum aus Freunden, Familienmitgliedern oder Mitbewohnern. Das hilft dabei, sprachliche Stolperstellen und holprige Übergänge zu erkennen. Zudem kann man so herausfinden, ob man das vorgegebene Zeitlimit auch tatsächlich einhält und den Vortrag gegebenenfalls anpassen (vgl. Rost 2018: 135 sowie Franck 2017: 187).

Auch wenn man sich beim Sprechen vor anderen nicht wohl fühlt, im Studium kommt man um Referate nicht herum. Doch wer sich für die Vorbereitung ausreichend Zeit nimmt und gut ins Thema einarbeitet, kann dies mit den genannten Tipps auch seinen Zuhörern verständlich vermitteln. So verliert man seine Unsicherheit und hinterlässt einen souveränen Eindruck. Spätestens bei der Verteidigung der Arbeit ist man dann schon ein Profi im freien Sprechen.

Literatur

Bensberg, Gabriele (2014): Dein Weg zum Prüfungserfolg. Angstfrei durchs Studium: Auswahlverfahren, Referate, Prüfungen, Bewerbungen, Heidelberg.

Echterhoff, Gerald/Neumann, Birgit (2009): Projekt- und Zeitmanagement. Strategien für ein erfolgreiches Studium, 4. Aufl. Stuttgart.

Franck, Norbert (2017): Handbuch wissenschaftliches Arbeiten. Was man für ein erfolgreiches Studium wissen und können muss. 3. Aufl. Paderborn.

Rost, Friedrich (2018): Lern- und Arbeitstechniken für das Studium, 8. Aufl. Wiesbaden.

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