Tipp: So erstellt man ein Glossar

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In einem Glossar sammelt man Fachbegriffe und Fremdwörter mit den entsprechenden Erklärungen. Es ist somit ein kleines Wörterbuch oder Lexikon spezifisch zugeschnitten auf einen wissenschaftlichen Text, zum Beispiel für eine Bachelorarbeit. Die wichtigsten Fragen rund um die Erstellung, beantwortet dieser Text.

Braucht jede Bachelorarbeit ein Glossar?

Im Gegensatz zu einem Inhaltsverzeichnis oder einem Literaturverzeichnis ist ein Glossar kein verpflichtender Bestandteil einer wissenschaftlichen Arbeit. Wer seine Bachelorarbeit schreibt, kann sich für eine Verwendung oder dagegen entscheiden. Obwohl die Erstellung also nicht zwingend notwendig ist, bringt es aber gewisse Vorteile mit sich.

Wer sich über Monate hinweg für seine Bachelorarbeit mit einem Thema auseinandersetzt, entwickelt schnell einen Tunnelblick (vgl. Haines 2009: 143). Doch ein wissenschaftlicher Text sollte immer auch für einen Laien verständlich sein. Dies gelingt mithilfe einer Übersicht über Definitionen und Begriffe. So gibt man ihm einen Überblick über die wichtigsten Fachbegriffe und erläutert diese mit wenigen Sätzen (vgl. Theisen 2013: 195).

Man kann sich aber auch dafür entscheiden, diese Begriffe direkt im Text beziehungsweise in zugehörigen Fußnoten zu erklären. Dann ist keine Übersicht notwendig. Welche Form empfohlen wird, darüber geben häufig Leitfäden der jeweiligen Universitäten und Hochschulen Aufschluss. An der Freien Universität Berlin heißt es hierzu zum Beispiel am Institut für Kunstgeschichte:

„Für die Kunstgeschichte Ostasiens und Südasiens ist ein Glossar mit Fachtermini notwendig, soweit sie nicht bereits im Fließtext mit ausreichenden Erklärungen, Umschrift und ggf. den entsprechenden Schriftzeichen aufgeführt sind.“

An der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg dagegen wird es dem Studierenden offen gelassen, ob sie eine Übersicht für ihre Bachelorarbeit erstellen oder nicht. Dort heißt es

„Soweit erforderlich, können mehrfach verwendete ungebräuchliche oder neue Fachbegriffe in einem Glossar erläutert werden.“

Wo befindet sich das Glossar in einer Bachelorarbeit?

In einer wissenschaftlichen Arbeit hat man zwei Möglichkeiten ein Glossar zu platzieren. Zum einen zu Beginn der Arbeit nach dem Inhaltsverzeichnis, zum anderen gegen Ende im Anschluss an den Fließtext und vor dem Literaturverzeichnis.

Es empfiehlt sich aber die Übersicht, dem besseren Verständnis wegen, voranzustellen. Auf diese Art und Weise kann der Leser bereits einen Überblick über die wichtigsten Definitionen gewinnen, bevor er sich mit dem eigentlichen Text auseinandersetzt (vgl. Kohler-Gehrig 2008: 21 sowie Haines 2009: 14).

Da es sich beim Glossar um ein eigenständiges Verzeichnis handelt, ist es auch in der Formatierung vom nachfolgenden Text abzugrenzen. Daher verwendet man dafür eine römische Seitennummerierung und keine Arabische (vgl. Haines 2009: 55).

Was gehört in ein Glossar?

In einem Glossar finden sich alle Fremdwörter und Begriffe, die nicht geläufig sind. Aber Achtung: Nur weil man in seiner Bachelorarbeit einen Fachausdruck verwendet, sollte man diesen nicht auch gleich aufnehmen (vgl. Voss 2017: 137).

Denn je nachdem welches Studienfach man belegt, sind darin bestimmte Begriffe gängig. Wer also Wirtschaftswissenschaften studiert, muss nicht erklären, was eine Bilanzierung ist. Wer seine Bachelorarbeit in Kunstgeschichte schreibt, braucht keine Erklärung für die Epoche Barock. Gleiches gilt für Fremdwörter, die in der Alltagssprache gebräuchlich sind, zum Beispiel „Demonstration“, „Internet“ oder „Experiment“ (Haines 2009: 56).

Bei Fachausdrücken, die allerdings unterschiedliche Definitionen haben oder strittig sind, sollte man unbedingt darauf eingehen, für welche Begriffsbeschreibung man sich beim Schreiben des Textes entschieden hat. So kann der Leser bestimmte Aussagen eindeutig einordnen.

Außerdem sind ein Glossar und ein Abkürzungsverzeichnis zwei unterschiedliche Registerarten und als solche voneinander zu trennen. Als ein Verzeichnis sollte man sie nur kombinieren, wenn die verwendeten Abkürzungen darin umfassend erklärt werden (Haines 2009: 12 sowie Voss 2017: 137).

Wie erstellt man ein Glossar?

Um einen bestimmten Begriff im Glossar schnell finden zu können, sortiert man alle Fachausdrücke in der Regel in alphabethischer Reihenfolge (vgl. Sandberg 2017: 96). Es ist aber auch möglich die Anordnung chronologisch nach der Verwendung der Begriffe im Text oder in Themenfeldern zu machen, dies wird allerdings für eine Bachelorarbeit nicht empfohlen (Haines 2009: 55).

Die Fachbegriffe stehen jeweils linksbündig, rechts daneben eingerückt folgt die entsprechende Erklärung (vgl. Kohler-Gehrig 2008: 29). Hierbei kann man im Textverarbeitungsprogramm entweder mit Tabulatoren arbeiten oder eine Grafik oder Tabelle erstellen, deren Rahmen man nicht sieht.

Die Forschungsgruppe KultBild der Universität Münster hat zum Beispiel zum Thema „Mittelalterliche Messe“ eine entsprechende Übersicht erstellt.

Glossar der Forschungsgruppe KultBild

Abb. 1: Glossar der Forschungsgruppe KultBild

Bei den jeweiligen Erläuterungen im Glossar ist es wichtig, sich kurz und prägnant auszudrücken. Ein Lektorat der Bachelorarbeit kann dabei helfen. Dazu ist es ratsam, alle Informationen zum Fachbegriff in etwa fünf Druckzeilen unterzubringen (vgl. Sandberg 2017: 96). Wie in allen wissenschaftlichen Texten und im Fließtext der Bachelorarbeit sind Quellen- und Literaturangaben als Belege auch im Glossar nicht zu vergessen. So weist man nach, aus welchen Veröffentlichungen man bestimmte Informationen zitiert (vgl. Kohler-Gehrig 2008: 21). Vergisst man hier die richtige Zitierweise, kann man durch eine Plagiatsprüfung an der Hochschule in Plagiatsverdacht kommen.

Ein Glossar ist kein Muss in der Bachelorarbeit aber eine wertvolle Hilfe vor allem für fachfremde Leser. Denn es erhält mit einem Register der wichtigsten Fachbegriffe einen ersten Überblick und sorgt so für ein besseres Verständnis des wissenschaftlichen Textes. Wer ein Glossar erstellt, sollte sich aber im Vorfeld genau überlegen, welche Begriffe es enthalten sollte – und welche man ohne weiteres weglassen kann.

Literatur

Kohler-Gehrig, Eleonora (2008): Diplom-, Seminar-, Bachelor- und Masterarbeiten in den Rechtswissenschaften, 2. Aufl. Stuttgart.

Sandberg, Gerit (2017): Wissenschaftliches Arbeiten von Abbildung bis Zitat. Lehr- und Übungsbuch für Bachelor, Master und Promotion, 3. Aufl. Berlin/Boston.

Theisen, Manuel René (2013): Wissenschaftliches Arbeiten. Erfolgreich bei Bachelor- und Masterarbeit, 16. Aufl. München.

Voss, Rödiger (2017): Wissenschaftliches Arbeiten leicht verständlich. 5. Aufl. Konstanz.

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