Plagiat vermeiden

Plagiat nein, Zitat ja: Wissenschaftliche Arbeiten kommen fast nie ohne Zitate aus. Das ist auch in Ordnung, sogar essentiell. Wenn man auf die Ergebnisse oder Erkenntnisse eines anderen zurückgreift, muss man den Urheber ausweisen und richtig zitieren. Sich mit fremden Federn schmücken und ein Plagiat zu verwenden ist jedoch kein Kavaliersdelikt. Nachfolgend erfährst du, was du beachten musst, damit du richtig zitierst und deine Arbeit die Plagiatsprüfung besteht.

Was ist ein Plagiat?

Wissenschaftliches Arbeiten lebt vom korrekten Zitieren. Nicht jeder Wissenschaftler muss das Rad neu erfinden. Dabei ist es jedoch wesentlich, das eigene Denken und Forschen von bereits Existierendem zu trennen. An dieser Stelle kommt richtig zitieren ins Spiel.

Sämtliches Gedankengut, auf das du deine Studien baust, musst du ausnahmslos kennzeichnen. Verwenden darfst du prinzipiell alles – direkt und indirekt – solange du die Urheber angibst und richtig zitieren kannst.

Der Name allein reicht dabei nicht aus. Zur richtigen Nennung einer Quelle gehören neben dem Autor auch der Titel der Schrift und, je nachdem, ob es sich um eine Monographie, einen Sammelband oder Aufsatz handelt, die entsprechenden Angaben wie Verlag, Erscheinungsort und Erscheinungsjahr – bis hin zur genauen Seitennummerierung. Wie man dies angibt, ist von den jeweiligen Zitierweisen abhängig.

Vergisst man die Kennzeichnung einer Quelle, hat man ein Plagiat produziert. Denn damit gibt man die Idee eines anderen als seine eigene aus. Das verstößt nicht nur gegen den Ehrenkodex der Wissenschaft, sondern auch gegen das Gesetz.

Geistiger Diebstahl ist genauso wie materieller und wird bestraft; er kann zur Aberkennung eines Titels führen oder zur Exmatrikulation (Knoop, 2011, S. 5). Die Konsequenzen durch ein Plagiat sollten durchaus nicht unterschätzt werden.

Arten von Plagiaten

Bei der Übernahme von Quellen ist also Vorsicht geboten: Es gibt nämlich verschiedene Arten wie ein Plagiat aussehen kann. Wird ein Text, eine Passage oder ein Satz wörtlich wiedergegeben, ohne Angabe des Urhebers, nennt man diese Art von Plagiat Voll- oder Textplagiat. Integriert man etwas, unabhängig von Zusammenhang oder Reihenfolge, wörtlich oder paraphrasiert, wird dies als Shake-and-Paste Plagiat bezeichnet.

Die Übernahme einer Idee, einer Argumentation oder eines Gedankens, ob in eigenen Worten oder wörtlich, ist ohne Angabe des Urhebers ebenfalls nicht erlaubt. Diese Art von Plagiat nennt man Ideenplagiat. Und wenn man aus einer anderssprachigen Quelle übersetzt, ohne diese anzugeben, handelt es sich um ein Übersetzungsplagiat. Natürlich kann eine Übersetzung einzelner Passagen erfolgen, allerdings sind diese entsprechend als direktes oder indirektes Zitat zu kennzeichnen.

Achtung: Wenn du aus zitierfähige Literatur einer Sekundärquelle zitierst, weil du an die Originalquelle nicht herankommst, ist auch das auszuweisen. Fehlt der Zusatz „zitiert nach“ beziehungsweise „zit. n.“ begibst du dich ebenfalls auf das Glatteis für ein Plagiat.

Beispiele zum Zitieren ohne Plagiat

Eine deutsche Zitierweise variiert je nach Land, Fachbereich oder Dozent wie beispielsweise der Chicago-Stil oder die Zitierweise, die dem Harvard-Stil entspricht. Diese solltest du also im Vorfeld mit dem Betreuer deiner Bachelorarbeit absprechen. Wie man aber eine Quelle übernimmt und richtig zitieren kann, das ist überall gleich. Das folgende Beispiel macht deutlich, wie du eine Textpassage in die eigene Arbeit übernehmen kannst und was du auf keinen Fall machen darfst (siehe auch den Leitfaden der Uni Göttingen).

Lies dir zunächst den Ausgangstext durch:

Beispiel für Plagiat: Urheber nicht genannt
Abb. 1: Auszug aus Annemarie Schimmel (1996), „Wie universal ist die Mystik?“, Freiburg.

 

In diesem Beispiel wurde der Text leicht abgewandelt. Er wurde aber weder als wörtliches Zitat übernommen noch korrekt paraphrasiert und jeder Hinweis auf die Urheberin fehlt. Es handelt sich also um ein Plagiat.

 

Beispiel für Plagiat: weder wörtlich zitiert noch korrekt paraphrasiert

Abb. 2: Paraphrase des Auszugs

 

In Abb. 2 wurde der Text leicht abgewandelt. Er wurde aber weder als wörtliches Zitat übernommen noch korrekt paraphrasiert und jeder Hinweis auf die Urheberin fehlt. Es handelt sich also um ein Plagiat. Hier konnte jemand vielleicht nicht richtig zitieren (siehe dazu auch die Hinweise der Uni Münster).

 

Plagiat vermeiden: Beispiel für eine korrekte Zitation

In Abb. 3 Beispiel wurde die Aussage in eigenen Worten unverfälscht wiedergegeben. Die Autorin wurde sogar namentlich erwähnt und, das Wichtigste, in den Fußnoten findet sich die genaue Quellenangabe. Eine solche Übernahme ist völlig erlaubt.

Wenn du richtig zitieren möchtest, die Quellen direkt einfügst und abschließend noch einmal überprüfst, ob du alle wichtigen Angaben gemacht hast, läufst du keine Gefahr, ein Plagiat zu produzieren, und kannst richtig zitieren, wann und wo immer es für deine Zwecke notwendig ist. Neben der Einhaltung der Regeln der Wissenschaft sind natürlich auch Stilistik, Grammatik, Rechtschreibung sowie inhaltliche Korrektheit von Relevanz. Ein fundiertes Korrekturlesen der Bachelorarbeit kann hier Abhilfe schaffen. 

Literatur

Knoop, Sarah (2011): Plagiat per Mausklick. Das Plagiieren von Internettexten in wissenschaftlichen Hausarbeiten, München.

Schimmel, Annemarie (1996): Wie universal ist die Mystik? Die Seelenreise in den großen Religionen der Welt, Freiburg.

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